So oft stirbt eine Frau aufgrund von Misshandlung des Partners:

Erschreckende Zahlen zu häuslicher Gewalt

So oft stirbt eine Frau aufgrund von Misshandlung des Partners:

Dass häusliche Gewalt existiert, ist den meisten von uns bewusst. Und doch scheint sie - sofern man sie nicht selbst erlebt - sehr weit weg. Schließlich kennen wir selber sie oft nur aus Filmen und Serien.

Wie weit verbreitet diese Art von Gewalt jedoch auch bei uns in Deutschland ist, zeigen jetzt die Zahlen der Statistik des Bundeskriminaltamts zu Partnerschaftssgewalt. Demnach sind im vergangenen Jahr 147 weibliche Todesfälle in Beziehungen oder Ex-Partnerschaften notiert worden. Das bedeutet, dass alle 2-3 Tage eine Frau von ihrem Partner ermordert wird - eine erschreckende Erkenntnis!

Doch nicht jede Gewalttat endet mit dem Tod der betroffenen Frau, wie die folgenden schockierenden Zahlen zeigen:

So oft stirbt eine Frau aufgrund von Misshandlung des Partners:

Den Zahlen, die Familienministerin Franziska Giffey diese Woche in Berlin vorstellte, ist außerdem zu entnehmen, dass 2017 rund 140.000 Menschen - hiervon 113.950 Frauen - in Deutschland von ihrem (Ex-)Partner misshandelt oder bedroht worden sind.

Insgesamt bedeutet das, dass in diesem Jahr 5.000 Frauen mehr unter häuslicher Gewalt gelitten haben als noch im Vorjahr - Partnerschaftsgewalt nimmt also nach wie vor zu.

Zu bedenken ist außerdem, dass diese Zahlen nur jene Frauen miteinbeziehen, die mutig genug waren, diese Vorfälle bei der Polizei zu melden. Noch immer wird Gewalt in den eigenen vier Wänden häufig totgeschwiegen. Experten schätzen die Dunkelziffer auf rund 80%.

Was diese Dunkelziffer bedeutet, erfährst du auf der nächsten Seite:

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Diese 80% bedeuten, dass bei einer Bevölkerung von ca. 82,8 Millionen Menschen in Deutschland, jede 74. Frau Erfahrungen mit häuslicher Gewalt macht. Die Chance, dass du jemanden kennst, der hiervon betroffen ist, ist also relativ hoch.

Warum du dann nichts davon mitbekommst? Oft schämen sich betroffene Frauen (und auch Männer) dafür, dass sie sich von ihrem Partner schlagen lassen. Andere suchen die Schuld bei sich selbst oder haben Angst vor schlimmeren Konsequenzen, wenn ihr Partner mitbekommt, dass sie sich jemandem anvertraut haben. Andere wiederum wollen sich selbst nicht eingestehen, wie schlimm es um ihre Beziehung steht.

Was wir gegen diese Dunkelziffer tun können, erfährst du auf der nächsten Seite:

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Das Allerwichtigste, das wir alle tun können, damit mehr Frauen (und Männer) sich trauen, über ihre Erlebnisse zu sprechen, ist darauf aufmerksam zu machen, wie häufig häusliche Gewalt in deutschen Familien vorkommt. So fühlen sich Betroffene weniger schuldig und vor allem weniger alleine.

Auch ist es falsch, Männer wegen der Zahlen allgemein zu verteufeln - immerhin sind rund 18% aller Opfer männlich. Wichtig ist es also, prinzipiell auf Anzeichen möglicher Misshandlungen zu achten und diese vorsichtig und sensibel bei der betroffenen Person anzusprechen.

Denn niemand hat es verdient, von seinem Partner geschlagen zu werden - weder Frauen noch Männer.