Ein Arzt warnt: Verbreiten Gummihandschuhe Viren noch schneller?

Was bringen Gummihandschuhe bei Viren wirklich? Oder machen sie vielleicht sogar alles schlimmer? Ein Arzt klärt die Ungewissheit auf:

Gummihandschuhe werden von vielen genutzt, um sich angeblich vor den Corona-Viren zu schützen.
Quelle: imago images / Westend61

Inzwischen gehört für viele das Tragen von gewisser Schutzkleidung, wie zum Beispiel ein Mundschutz, zu den Geeignetsten Maßnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus. Doch man sieht auch immer häufiger Menschen, die in ihrem Alltag, beispielsweise beim Einkaufen, Gummihandschuhe tragen. Jedoch warnen mehr und mehr Mediziner vor den Latexhandschuhen, wieso? Sind sie vielleicht sogar schlecht für die Ausbremsung der Viren-Verbreitung? Welche Gefahren und Risiken bringen sie mit sich?

Wir haben euch die Gründe und Meinungen zusammengefasst und genauer unter die Lupe genommen: 

Quelle: Twitter

Hygienische Sauerei

Zu den Kritikern der Gummihandschuhe gehört zum Beispiel Dr. Marc Hanefeld, Allgemeinmediziner, der auf Intensiv-Medizin spezialisiert ist. Was ist mit seiner Aussage gemeint? Es geht vor allem um zwei große Risikopotentiale der beliebten Handschuhe. 

Zum einen vermitteln sie ein Gefühl von Sicherheit, da man ja angeblich vor den Viren geschützt ist. Der Corona-Virus ist aber an sich überhaupt nicht über die Hände übertragbar, sondern über die Schleimhäute. Wer sich nun durch die Handschuhe sicher fühlt, wird vielleicht unvorsichtig und greift sich eher ins Gesicht oder vergisst, die Hände zu waschen, denn er hat ja Handschuhe getragen. Oder wart nicht richtig den Sicherheitsabstand, der inzwischen sogar für kreative Date-Ideen sorgt. Viel eher kann es vermutlich dazu führen, dass man sich ansteckt, weil man einfach nicht mehr wachsam genug ist.

Das zweite Potential ist allerdings weit aus drastischer: 

Gummihandschuhe eignen sich beim Einkaufen nicht als Schutz vor den Corona-Viren.
Quelle: imago images / MiS

Stärkere Verbreitung 

Die Diskussion nimmt auf Twitter seinen vollen Lauf, denn viele Mediziner sind sich einig, dass das Material der Gummihandschuhe die Viren besser verbreiten kann, als die normale menschliche Haut. So würde das dann mit der Ausbreitung des Virus´ nie richtig klappen. 

Dazu sei noch gesagt, dass diese Handschuhe vor allem im Alltag schnell kaputt gehen und somit eigentlich keinen perfekten Schutz bieten. Wenn dann Keime an die Haut kommen, wie zum Beispiel das Corona-Virus, lieben diese die feuchte Umgebung unter dem Handschuh. Und jeder, der solche Handschuh schon einmal getragen hat, weiß wie sehr man darunter schwitzt. So vermehren sich die Viren feuchtfröhlich! 

Was lernen wir daraus?

Sich die Hände ausgiebig und regelmäßig zu waschen, ist laut vieler Mediziner deutlich sicherer als die Verwendung von Gummihandschuhen.
Quelle: imago images / CHROMORANGE

Zusammenfassung

Die besagten Gummihandschuhe gelten offiziell nicht als Maßnahme, um das Corona-Virus aufzuhalten. Und das wohl auch aus gutem Grund. Die Hände zu waschen und zu desinfizieren und sich bewusst nicht ins Gesicht zu fassen, scheinen deutlich sicherer zu sein, als die Schutzhandschuhe, die vor allem durch ihre geringe Stabilität eher selten perfekten Schutz bieten. 

Ein Mundschutz zu tragen lohnt sich hingegen weiterhin, da er verhindert, dass du falls du das Virus hast, es in der Öffentlichkeit verbreitest. Falls du keinen mehr kaufen konntest, kannst du ihn ganz einfach selber machen.