„Shopping Queen“: Skandale, kuriose Momente & Geheimnisse der VOX-Show
Die Kultserie „Shopping Queen“ findet seit Jahren großen Andrang im TV. Doch wie läuft es wirklich hinter den Kulissen ab?
„Shopping Queen“ ist eine beliebte deutsche Fernsehsendung, die seit 2012 auf VOX ausgestrahlt wird. In der Show treten fünf Kandidat*innen aus einer Stadt gegeneinander an, um innerhalb von vier Stunden das perfekte Outfit zu einem vorgegebenen Motto zu finden. Dabei werden sie von Star-Designer Guido Maria Kretschmer begleitet, der ihnen mit Rat zur Seite steht. Wenn die Teilnehmer*innen also unter Zeitdruck um den besten Look kämpfen, sind Tränenausbrüche, Fehlkäufe oder skandalöse Aktionen vorprogrammiert. Was sind die kuriosesten Momente der TV-Show und wie sieht es eigentlich hinter den Kulissen aus?
Shopping-Budget für Botox: Guido Maria Kretschmer vergibt erstmals null Punkte bei „Shopping Queen“
Man kennt Moderator Guido Maria Kretschmer als fairen Juror, der in jeder Folge mit den Kandidatinnen mitfiebert. Doch im Oktober 2026 sorgte eine Folge der Vox-Sendung „Shopping Queen“ aus Münster für Furore im Netz. Denn Kandidatin Melanie nutzte ihr Shopping-Budget nicht für den geforderten Herbst-Look – sondern ließ sich kurzerhand für 50 Euro Botox spritzen. Die Modeikone reagierte live vor der Kamera mit klaren Worten: „Wenn die sich jetzt original Botox spritzen lässt, dann kriegt die von mir zur Strafe fünf Punkte abgezogen.“ Den Eingriff als „völlig normal" darzustellen ließ er nicht gelten – sein Kommentar: „Das ist das Letzte, was die braucht!"
Die Folge war eine Premiere in der seit 2012 laufenden Geschichte des Formats. In der finalen Entscheidung vergab der Modedesigner zum allerersten Mal dann tatsächlich null Punkte: „Du hast etwas gemacht, das mir total missfallen hat. Du gehst los und lässt dich für 50 Euro botoxen – das ist eine Message, die ich nicht will. Du bist die erste Kandidatin, der ich 0 Punkte gegeben habe. Nicht weil dein Look schlecht war, sondern weil ich das nicht will.“ Im Interview geht er nochmal ins Detail: „Diese Leistung, die sie gebracht hat, textilich gesehen, ist für mich zunichte gemacht worden mit dieser Aktion. Von daher gebe ich hier keine Punkte, ist zum ersten Mal passiert, aber ich glaube, sie hat es wirklich verdient und deshalb gibt es auch nur null Punkte.“
Wie reagiert die Kandidatin auf die Kritik? „Was Guido gesehen hat, ist natürlich nur ein Teilausschnitt aus meinem Leben und wie ich auftrete und was ich mache, ist klar, dass es provoziert, das spaltet. Das war mir von vorneherein klar und dass es nicht bei jedem gut ankommt, das wusste ich auch. [...] Das soll auch nicht die Message sein, dass man um jeden Preis jung sein soll.“ Ihr sei jedoch klar gewesen, dass diese Aktion ihr am Ende vermutlich den Sieg kosten würde.
Wie reagieren die Zuschauer*innen auf den Eklat? Viele stimmen dem Moderator zu: „Der Realtalk von Guido ist einfach eine 10/10!“ oder „Toll, dass er ihr wirklich die 0 Punkte gegeben hat. Mega unsympathisch diese Frau – und der Look war einfach zum Davonlaufen!“, heißt es unter anderem in den Kommentaren.
Fake Wohnungen bei Promi Shopping Queen? YouTuberin Dagi Bee klärt auf
In ihrem Podcast „Kaffee mit Zitrone“ erzählt YouTuberin Dagi Bee 2023 ein interessantes Detail über ihre Teilnahme bei „Promi Shopping Queen.“ Sie berichtet, dass einige Teilnehmerinnen wohl gar nicht ihre private Wohnung zeigen, sondern stattdessen Fake-Wohnungen präsentieren würden. Dies könnte aus Gründen der Privatsphäre geschehen. Die Feststellung überraschte Dagi Bee enorm, da diese davon ausging, dass die gezeigten Wohnungen tatsächlich die persönlichen Wohnsitze der Prominenten seien. Diese Entscheidung könnte darauf hinweisen, dass einige Teilnehmer*innen ihre Privatsphäre schützen möchten und ihre wahren Wohnorte nicht öffentlich preisgeben möchten.
Wegen Drehgenehmigung: Welche Geschäfte dürfen ausgewählt werden?
Die Kandidat*innen haben wohl nicht die komplette Freiheit, spontan in beliebige Geschäfte zu gehen, da der Sender im Voraus Drehgenehmigungen einholen muss. Jeder muss also dem Sender eine Liste mit einer Auswahl an Geschäften geben, die er oder sie gerne besuchen würde. Die Redaktion wählt dann fünf Läden aus dieser Liste aus, die während des Drehtags besucht werden dürfen. Erst an dem Shopping-Tag erfährt man, welche Geschäfte ausgewählt wurden. Interessanterweise darf anscheinend in einer Woche kein Geschäft zweimal besucht werden. Wenn zwei Kandidat*innen dasselbe Geschäft auf ihrer Liste haben, darf dann nur eine von ihnen dort einkaufen gehen. Dies stellt sicher, dass die Shopping-Erfahrung abwechslungsreich bleibt und jeder die Chance hat, neue Orte zu entdecken.
Zara, H&M und Co: Deswegen fallen diese Geschäfte raus
Wenn die Frauen bei Shopping Queen auf der Jagd nach einem Outfit sind, fragen wir uns oft, wo wir wohl selbst nach einem Outfit suchen würden und wieso eigentlich niemand je zu Zara oder H&M geht. Die VOX-Sprecherin Katrin Bechtoldt hat der Brigitte erklärt, warum die Kandidatinnen die großen Modeketten meiden: „Unsere Produktionsfirma Constantin Entertainment fragt regelmäßig bei H&M und ZARA nach einer Drehgenehmigung für die Produktion von Shopping Queen an. Leider erhalten wir von beiden Unternehmen immer wieder ein komplettes Drehverbot, dem wir natürlich Folge leisten müssen.“
So lange wird bei „Shopping Queen“ gedreht
Für alle, die regelmäßig shoppen gehen, ist es nicht verwunderlich, wie schnell vier Stunden Shoppingzeit vergehen können. Besonders wenn sich lange Schlangen vor den Umkleidekabinen bilden und man von einem Kamerateam begleitet wird, das möglicherweise Szenen wiederholen möchte. Die Sprecherin kann auch darauf eine Antwort geben: „Die vier Stunden Shoppingzeit werden streng eingehalten, obwohl die Drehzeit, in der man shoppt, tatsächlich länger ist (...). Es gibt nur ein Kamerateam, das einen begleitet, und daher müssen einige Szenen aus verschiedenen Perspektiven gedreht werden, was die Zeit natürlich stoppt. Insgesamt war ich jedoch positiv überrascht und finde, dass das Konzept sehr ehrlich und real ist. Man darf nichts wiederholen und auch bei Versprechern wird nicht erneut gedreht (...).“
YouTuberin klärt auf: So läuft es hinter den Kulissen
Auch bei Friseur und Beauty Salons soll das Prinzip nicht anders sein als bei den Geschäften. Die Teilnehmer*innen haben die Möglichkeit, ihren bevorzugten Friseur auf die Liste zu schreiben, wie YouTuberin Naima Gehring, eine ehemalige Teilnehmerin von „Shopping Queen“ in Saarbrücken, in einem Video erklärt. Wenn mehrere Kandidatinnen dieselben Geschäfte und Stylisten oder Friseure auswählen, wird per Losentscheid entschieden, wer zum gewünschten Friseur gehen kann. Dies sorgt dafür, dass kein Friseur doppelt in der Show zu sehen ist, um etwas Abwechslung in die Show zu bringen.
Naima äußerte sich in ihrem Video zudem zur tatsächlichen Shoppingzeit. Auch Influencerin Ana Elisa Stricker war in Düsseldorf Teilnehmerin bei Shopping Queen und erklärte in einem mittlerweile gelöschten Video, wie zeitaufwendig die Aufnahmen für die Show tatsächlich sind. Beide Teilnehmer*innen teilten dieselbe Erfahrung mit der Zeit. Fast alle Szenen, sei es das Kennenlernen der anderen Kandidatinnen oder das Shopping, werden wohl mehrfach gedreht, bis sie perfekt sind. Dies bedeutet also auch, dass man nur begrenzte Zeit hat, um wirklich schöne Kleidungsstücke zu finden, da man jedes Teil für sogenannte Schnittbilder mehrmals in die Kamera halten müsse, so Naima.
Auch Laufstegszenen müssen mehrmals gedreht werden
Nach einem anstrengenden Shopping-Tag ist der Laufstegauftritt das große Highlight für die Kandidat*innen. Doch auch hier bleibt es laut den ehemaligen Teilnehmer*innen nicht bei einem einzigen Lauf! Der Laufsteg muss ebenso mehrmals betreten werden, um sicherzustellen, dass die Kameras alles erfassen können. Die Einstellungen werden hier wohl mehrmals angepasst, um verschiedene Blickwinkel einzufangen. Zusätzlich müssen auch die Details und Schnittbilder separat aufgenommen werden, um die verschiedenen Aspekte des Outfits festzuhalten. So entsteht eine umfassende Aufnahme des Laufstegs, die für die Zuschauer später im Fernsehen zu sehen ist.
Haben die Teilnehmer*innen Kontakt zu Guido Maria Kretschmer?
Wie sieht es mit Guido aus? Bekommen die Teilnehmer*innen ihn überhaupt zu Gesicht und ist er wirklich so, wie er sich im Fernsehen gibt? Die Antwort lautet „Ja!“ Beim Finale nimmt sich Guido Maria Kretschmer wohl richtig viel Zeit für die Kandidatinnen. Sie bekommen ihn allerdings erst am letzten Drehtag das erste Mal zu Gesicht. Nach dem Ende der Dreharbeiten führt der Star-Designer dann wohl auch ausführliche Gespräche mit ihnen und nimmt sich viel Zeit. Interessanterweise gibt Kretschmer seine Bewertungen auch erst am Tag des Finales ab und schaut sich nicht jede einzelne Folge dafür an.