Absurde Dinge, die man früher über den weiblichen Körper dachte

Im Namen der (Pseudo-)Wissenschaft

Absurde Dinge, die man früher über den weiblichen Körper dachte

Wir wollen mal nicht so tun, als wäre es nicht immer noch so, dass es größtenteils Männer sind, die über die Rechte an unserem Körper bestimmen. Seien es Abtreibungen, Verhütungsmittel oder aber die Finanzierung von Menstruations-Hygieneartikeln: Dadurch, dass in der Politik hauptsächlich Männer sitzen, werden von diesen die entsprechenden Gesetze beschlossen und wir sollen uns schön damit zufriedengeben.

Und doch gibt es einige Punkte, die den weiblichen Körper betreffen, über die in damaligen Zeiten vollkommen aberwitzige Irrglauben kursierten und von denen wir froh sind, sie endgültig hinter uns gelassen zu haben.

Mit einem Klick erfährst du, wovon wir sprechen...

Absurde Dinge, die man früher über den weiblichen Körper dachte

1. Eine unregelmäßige Blutung kann dadurch, dass das Blut durch das weibliche Hirn rast und die Lunge zerstört, tödlich enden.

Der Phrenologe Orson Squire Fowler, der sich mit seiner Pseudowissenschaft der Schädellehre widmete, war nicht nur der Ansicht, traurige Frauen bekämen ihre Periode nicht und fügten so mit dem angestauten Blut ihren Organen erhebliche Schäden zu. Er war außerdem ein passionierter Rassist und hielt dunkelhäutige Menschen für minderwertig und Juden grundsätzlich für verlogen. Wir können uns also denken, wie wissenschaftlich fundiert seine Ansichten waren.

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2. Wenn ein Mann sein Geschlechtsteil vor der Ejakulation herauszieht, können Frauen Gebärmutterkrankheiten erleiden.

Diese Pseudo-Erkenntnis stammt aus dem 19. Jahrhundert und ließ Männer, die großzügig mit ihrem Samenerguss umgingen, wie echte Wohltäter aussehen.

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3. Bei Jungfrauen kann sich das Menstruationsblut in Herz und Lunge stauen.

Zu dieser Schlussfolgerung soll angeblich Hippokrates gekommen sein und man glaubte ihm bis ins Viktorianische Zeitalter hinein. Man versuchte sich so zu erklären, warum manche Frauen besonders träge oder gar verrückt seien. Manchmal sollte man es sich vielleicht nicht zu einfach machen...

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4. Ein weiblicher Höhepunkt ist nichts Anderes als eine pulsierende Gebärmutter.

Laut James Ashton, der lustigerweise ein Künstler und kein Wissenschaftler war, wird die Gebärmutter einfach nur mit Blut verstopft, bewegt sich in der Vagina auf und ab und berührt dann das männliche Geschlechtsteil. Klingt verwirrend? Das könnte daran liegen, dass es kompletter Unsinn ist.

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5. Wenn eine Frau nicht lebhaft oder charmant ist, liegt das an ihrer schmerzhaften und unregelmäßigen Periode.

Diese Ansicht ist auf Pye Henry Chavasse zurückzuführen, der 1880 in seinem Ratgeber für die gesunde Hausfrau "Advice to a Wife on the Management of Her Own Health" behauptete, dass "der bleiche, farblose Teint, die hilflosen, lustlosen, ja fast leblosen jungen Damen, die so andauernd in der Gesellschaft anzutreffen sind, ihren kläglichen Gesundheitszustand entweder fehlender, unzureichender oder starker Menstruation zu verdanken haben."

Dass es auch andere Ursachen dafür geben könnte, dass eine Frau im 19. Jahrhundert ungesund oder mies drauf ist, schien für ihn wohl unvorstellbar.

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6. Wenn Frauen beim Geschlechtsverkehr nicht auf dem Rücken liegen, gelangen Pilze in den Eileiter, sie bekommen Krebs und verenden daran.

Aus diesem Grund sollten Frauen am besten schön brav auf dem Rücken liegen bleiben und bloß nicht zu viel Enthusiasmus und Eifer beim Bettsport zeigen. Es war ja nur zu ihrem Besten.

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7. Krämpfe und Hysterie sind darauf zurückzuführen, dass Frauen falsch menstruieren.

Wir kennen es alle: Schmerzen, Blähbauch, unregelmäßige Blutungen und alle weiteren Symptome, die mit der Periode einhergehen. Was wir jedoch bisher nicht wussten, ist, dass wir selbst daran Schuld sind. Wir sollten einfach mal versuchen, richtig zu menstruieren. Wie das geht? Indem wir eiskalte Getränke meiden, nicht im Meer schwimmen und generell besser nicht kalt baden gehen. Ein Hoch auf die Wissenschaft!

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8. Wirklich sauber werden Frauen nur, wenn sie in Ammoniak baden und es inhalieren.

Man glaubt es kaum: Mit Ammoniak kann man sich sogar seiner lästigen Schleimhäute entledigen. Die braucht ja ohnehin kein Mensch.

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9. Die beste Methode zur Gewichtsabnahme ist das Schlucken eines Bandwurms.

Funktioniert zwar wirklich - schließlich frisst der Wurm im Magen der Frau ordentlich mit - endet aber im schlimmsten Fall damit, dass das Ding 9 Meter lang wird und operativ entfernt werden muss. Ist es das wirklich wert?

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10. Falten sind ein Zeichen dafür, dass eine Frau unglücklich ist. Das beste Mittel dagegen ist rohes Fleisch.

Im Viktorianischen Zeitalter legten sich Frauen Fleischscheiben ins Gesicht, um so verschwundenes Fettgewebe zu ersetzen. Hätten sie davor aber mal versucht, ein bisschen mehr zu lachen und glücklicher zu sein, wäre das gar nicht erst nötig gewesen. Man war nämlich der Ansicht, Falten bekämen nur unglückliche Frauen. Ob das wohl auch für Männer galt? Egal, heute wissen wir es besser. Um Falten kommen nämlich auch die Glücklichsten unter uns nicht herum - und das ist auch gut so!

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11. Frauen sollen dick sein. Das erreichen sie am besten, wenn sie allein herumsitzen und möglichst nicht nachdenken.

Das Schönheitsideal früher lautete: Je runder, desto besser! Um das zu erreichen, sollten Frauen sich einen feuchten und kühlen Ort suchen und dort einfach... nichts tun und nichts denken, damit ihre Herzfrequenz sinkt und das Fett ordentlich ansetzt. Klingt nicht so wirklich ausgereift, diese Theorie.

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12. Weil Sommersprossen unrein sind, müssen sie mit Säure oder ultravioletter Strahlung weggebrannt werden.

Wem Säure ein wenig zu aggressiv war, der durfte sich auch einfach in die Sonne stellen und hoffen, dass die Strahlen dafür sorgen, dass die Haut sich schält und die Sommersprossen so abgepellt werden können. Scheinbar wusste man früher noch nicht, wodurch die hübschen Punkte überhaupt erst entstehen...

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13. Vorstehende Wangenknochen und eine flache Brust sind hässlich.

Weil dünne Frauen in der Regel der Arbeiterklasse angehörten, galten sie als arm, ungesund und unattraktiv. Optimal waren Brüste in Ananasform. Was auch immer das heißen mag.

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14. Wenn man sich die Brüste mit kaltem Wasser einreibt, bekommt man den perfekten Busen.

Das sollte die Durchblutung anregen und die Oberweite so groß und prall machen. Und... ananasförmig?

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15. Der weibliche Höhepunkt kommt durch den männlichen Samen zustande.

Selbstbefriedigung wäre demnach komplette Zeitverschwendung gewesen. Aber auf die Idee, dass Frauen auch ohne Männer Spaß haben können, wären die zu dieser Zeit ohnehin nicht gekommen.