Diese 11 Fakten sollten wir kennen, bevor wir das nächste Mal über Abtreibungen reden!

Meist wissen wir zu wenig...

Diese 11 Fakten sollten wir kennen, bevor wir das nächste Mal über Abtreibungen reden!

Zu Abtreibungen hat jeder eine Meinung, nur die wenigsten kennen aber überhaupt grundlegende Fakten zu dem Thema.

Sprechen wir über Abtreibungen, gibt es in der Regel drei Gruppen: Abtreibungsgegner, Abtreibungsbefürworter und die “Abtreibungen ja, aber nur, wenn …”-Fraktion. Position beziehen wir meist aus einer moralischen oder religiösen Überzeugung heraus. Allerdings kennen nur wenige tatsächlich die rechtlichen, medizinischen oder emotionalen Details.

Abtreibungen sind zwar in der öffentlichen Diskussion, bleiben aber ironischerweise trotzdem ein Tabu. Frauen, die abgetrieben haben, sprechen fast nie darüber, auch nicht mit engen Freunden oder Verwandten – häufig aus Angst, für ihre Entscheidung verurteilt zu werden.

Auf den nächsten Seiten erfährst du die 11 wichtigsten Dinge, die du wissen musst!

Diese 11 Fakten sollten wir kennen, bevor wir das nächste Mal über Abtreibungen reden!

1. Schwangerschaftsabbrüche sind rechtswidrig

Bis zu fünf Jahre Haft sieht § 218 StGB bei einem Schwangerschaftsabbruch vor. In der Praxis sind Abtreibungen seit 1993 straffrei, wenn die Frau an einer vorhergehenden Beratung teilnimmt, bleiben aber rechtswidrig. Nur wenn medizinische oder kriminologische Gründe für die Abtreibung vorliegen, ist sie nicht rechtswidrig.

Diese 11 Fakten sollten wir kennen, bevor wir das nächste Mal über Abtreibungen reden!

2. Nur die wenigsten Abtreibungen haben medizinische oder kriminologische Ursachen

Nur etwa vier Prozent der Abtreibungen haben eine sogenannte medizinische oder kriminologische Indikation. Das bedeutet, dass die Gesundheit der Mutter durch die Austragung des Babys gefährdet ist oder sie z. B. vergewaltigt wurde. Somit sind, wenn wir uns an den vorhergehenden Punkt erinnern, sage und schreibe 96 Prozent aller Abtreibungen offiziell rechtswidrig.

3. Wer abtreiben will, muss eine Beratung machen

Will eine Frau ohne medizinische oder kriminologische Indikation abtreiben, muss sie an einer Schwangerschaftskonfliktberatung teilnehmen. Diese wird von Ärzten, Kommunen oder Organisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz oder Pro Familia angeboten. Der Arzt, der die Beratung durchgeführt hat, darf nicht die Abtreibung vornehmen.

Diese 11 Fakten sollten wir kennen, bevor wir das nächste Mal über Abtreibungen reden!

4. Nach der Beratung muss man drei Tage warten

Erst am vierten Tag nach der sogenannten Schwangerschaftskonfliktberatung darf die Abtreibung vorgenommen werden. Dies soll der Frau Bedenkzeit und die Möglichkeit geben, ihre Meinung zu ändern. Für viele Frauen sind diese Tage des Wartens aber auch eine psychische Qual, da sie den Schwangerschaftsabbruch so schnell wie möglich hinter sich bringen wollen.

Diese 11 Fakten sollten wir kennen, bevor wir das nächste Mal über Abtreibungen reden!

5. Die Kosten müssen selbst bezahlt werden

Treibt eine Frau ohne medizinischen oder kriminologischen Grund ab, muss sie die Kosten selbst tragen. Je nach Praxis, Methode und Versicherung muss sie dafür 200 bis 570 Euro auftreiben. Die Kosten für die Vor- und Nachbehandlung der Abtreibung werden von den gesetzlichen Kassen übernommen. Private Krankenkassen übernehmen die Kosten hingegen nicht. Frauen mit geringem Einkommen können bei einer gesetzlichen Krankenkasse einen Antrag auf Kostenübernahme stellen.

Diese 11 Fakten sollten wir kennen, bevor wir das nächste Mal über Abtreibungen reden!

6. Bis zur 14. Schwangerschaftswoche ist die Abtreibung straffrei

Seit der Befruchtung dürfen nicht mehr als zwölf Wochen vergangen sein. Das entspricht der 14. Schwangerschaftswoche, gerechnet ab dem ersten Tag der letzten Periode. Einige Praxen nehmen den Eingriff allerdings nur bis zu zehn oder zwölf Wochen nach Beginn der letzten Regelblutung vor. Medikamentöse Abtreibungen sind generell nur bis zur neunten Schwangerschaftswoche – also der siebten Woche nach der Befruchtung – möglich.

Diese 11 Fakten sollten wir kennen, bevor wir das nächste Mal über Abtreibungen reden!

7. Die häufigste Methode ist die Absaugung

Etwa 70 Prozent der Schwangerschaftsabbrüche werden mittels Absaugung vorgenommen. Das ist die schonendste instrumentelle Methode. Dabei wird eine dünne Kanüle in die Gebärmutter eingeführt und mit ihr das Schwangerschaftsgewebe abgesaugt. Das Ganze dauert etwa fünf bis zehn Minuten und kann krampfartige Schmerzen – ähnlich den Regelschmerzen – verursachen. Knapp 17 Prozent der Frauen treiben hingegen mit dem Medikament Mifepriston ab.

Diese 11 Fakten sollten wir kennen, bevor wir das nächste Mal über Abtreibungen reden!

8. Abtreibungen sind ungefährlicher als Schwangerschaften

Nur in etwa 0,5 bis 1 Prozent der Fälle kommt es zu Komplikationen bei der Abtreibung. Zum Vergleich: Während der Schwangerschaft erleben rund zehn Prozent der 20- bis 29-jährigen Frauen Komplikationen. Daher gibt es keinen gesundheitlichen Grund, sich vor einer Abtreibung zu fürchten.

Diese 11 Fakten sollten wir kennen, bevor wir das nächste Mal über Abtreibungen reden!

9. Etwa 100.000 Abtreibungen werden in Deutschland jährlich durchgeführt

2015 wurden in Deutschland 99.200 Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt. Das sind 0,5 Prozent weniger als 2014. Knapp drei Viertel der Frauen waren zwischen 18 und 34 Jahre alt. Übrigens gibt es auch die Möglichkeit, die vorhergehende Beratung anonym durchzuführen. Das letzte Wort hat übrigens die Schwangere: Egal, was Arzt oder Partner sagt, sie entscheidet.

Diese 11 Fakten sollten wir kennen, bevor wir das nächste Mal über Abtreibungen reden!

10. Der Embryo spürt von der Abtreibung nichts

97 Prozent der Abtreibungen werden durchgeführt, bevor der Embryo Schmerzempfinden und Bewusstsein entwickelt hat. Schmerzen kann ein Embryo erst ab der 20. bis 22. Schwangerschaftswoche wahrnehmen. Wer also befürchtet, mit der Abtreibung einem Lebewesen Schmerzen zuzufügen, kann beruhigt sein: Der Embryo empfindet in diesem Stadium noch nichts.

Diese 11 Fakten sollten wir kennen, bevor wir das nächste Mal über Abtreibungen reden!

11. Das Post-Abtreibungssyndrom gibt es nicht

Dass Frauen ihre Abtreibung prinzipiell ein Leben lang bereuen oder gar nach dem Eingriff sogar in eine regelrechte Depression verfallen, ist ein Mythos. Das Post-Abtreibungssyndrom wird von keinem seriösen Forschungsinstitut als Krankheit anerkannt. Zuletzt kam eine dreijährige Studie der University of California zu dem Ergebnis, dass 95 Prozent der Frauen ihre Entscheidung nicht bereuen – weder kurz nach der Abtreibung, noch Jahre später. Natürlich variiert das Empfinden dabei von Frau zu Frau!