11 Anzeichen: Daran erkennt man ein schlechtes Nagelstudio
Woran lässt sich ein schlechtes Nagelstudio erkennen? Mangelnde Hygiene, schmutzige Feilen oder fiese Chemie-Gerüche entlarven unprofessionelle Salons.
Der regelmäßige Besuch im Nagelstudio gehört für viele zur festen Beauty-Routine. Eine professionelle Maniküre, Pediküre oder ein aufwendiges Nageldesign sorgen für gepflegte Hände und eine wohlverdiente Auszeit. Doch Vorsicht: Da bei der Behandlung dicht an Haut und Nägeln gearbeitet wird, ist absolute Sauberkeit kein nettes Extra, sondern Pflicht. Werden Hygienestandards vernachlässigt, drohen schmerzhafte Nagelbettentzündungen, schlechte Bakterien oder hartnäckiger Nagelpilz.
Da der Beruf in Deutschland nicht geschützt ist und theoretisch jeder nach einem Wochenendkurs ein Studio eröffnen kann, gilt es, die Augen offenzuhalten. Wenn die folgenden 11 Warnsignale auffallen, sollte am besten schnell das Weite gesucht werden.
#1 Es wird nicht desinfiziert
Bevor die Behandlung überhaupt beginnt, muss die Desinfektion an oberster Stelle stehen. Professionelle Nagelpfleger*innen desinfizieren sich zuerst selbst die Hände und zwar direkt vor den Augen der Kundschaft. Anschließend müssen auch die Hände der Kund*innen gründlich desinfiziert werden. Wird dieser Schritt komplett übersprungen, wandern Bakterien und Keime der vorherigen Personen ungehindert unter die Haut. Die Quittung dafür zeigt sich oft erst Tage oder Wochen später in Form von Pilz- oder Hautinfektionen.
#2 Der Arbeitsplatz gleicht einer Müllhalde
Ein Blick auf den Nageltisch verrät sofort, wie wichtig Sauberkeit in dem Salon genommen wird. Liegt überall noch der feine Nagelstaub der letzten Behandlung herum? Kleben alte Gel- und Farbkleckse an der UV-Lampe? Sind die Möbel sichtlich schmutzig? Beauty-Studios unterliegen strengen Hygienevorschriften. Ein unordentlicher, verstaubter Arbeitsplatz ist ein klares Zeichen dafür, dass es das Studio mit der Hygiene insgesamt nicht besonders genau nimmt.
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#3 Die Nagelfeilen sind schmutzig
Vor dem ersten Feilen lohnt sich ein genauer Blick auf das Werkzeug. Wenn die Nagelfeilen und Polierblöcke (Buffer) so aussehen, als hätte sich damit schon das halbe Viertel die Nägel gemacht, sollte die Behandlung sofort abgebrochen werden. Einwegmaterialien wie Feilen oder Holzstäbchen kosten im Großhandel nur wenige Cent und müssen pro Person zwingend ausgetauscht oder fest einer Stammkundin zugeordnet werden. Schmutzige Feilen sind die Hauptherde für die Übertragung von Nagelpilz.
#4 Metallwerkzeuge liegen lose in der Schublade
Professionell aufbereitete Instrumente aus Metall (wie Nagelscheren oder Knipser) dürfen niemals lose aus einer staubigen Schublade gezogen werden. In einem guten Studio kommen diese Werkzeuge frisch gereinigt und sterilisiert aus geschlossenen, keimfreien Behältern oder speziellen Sterilisationsverpackungen. Alles andere schleppt Keime von Person zu Person.
#5 Mangelnde persönliche Arbeitshygiene
Wer im Beauty-Bereich eng am Körper anderer Menschen arbeitet, muss strenge Hygienestandards einhalten. Das zeigt sich auch direkt an den Händen der behandelnden Person selbst. Sind die eigenen Fingernägel des Personals sichtbar schmutzig, weisen sie Produktreste von vorherigen Kund*innen auf oder wird auf das Tragen von frischen Einmalhandschuhen verzichtet, ist das ein ernsthaftes Warnsignal.
#6 Schneller Selbstschutz-Tipp für den Termin
Niemand ist den Zuständen im Studio hilflos ausgeliefert. Im Zweifel können natürlich auch einfach eigene Feilen zum Termin mitgebracht werden. Ein gutes Studio hat damit nämlich in der Regel kein Problem. Auch klare Fragen zur Desinfektion der Werkzeuge sind völlig legitim. Reagieren die Mitarbeiter*innen dann aber genervt oder weichen aus, ist das ein klares Warnsignal.
#7 Grobe Behandlung und blutige Nagelhaut
Nägel und die umliegende Nagelhaut sind extrem empfindlich. Wenn man wortwörtlich zu kraftvoll vorgeht, das falsche Werkzeug nutzt oder beim Entfernen von Alt-Gel und Shellac extrem rabiate Methoden anwendet, leidet die Nageloberfläche massiv. Kleinste sichtbare oder unsichtbare Wunden sind die perfekte Eintrittspforte für Bakterien. Zwar kann bei empfindlicher Haut mal ein kleiner Kratzer entstehen, doch regelmäßige blutige Stellen zeugen von absoluter Unprofessionalität.
#8 Schmerzen, die noch Tage anhalten
Dass die Nagelhaut direkt nach einer intensiven Maniküre oder Pediküre leicht gereizt ist, kann vorkommen, besonders, wenn selten zur Pflege gegangen wird. Allerdings dürfen die Nägel niemals über Tage hinweg wehtun, brennen oder stark pochen. Anhaltende Schmerzen deuten darauf hin, dass die Nagelplatte viel zu dünn gefeilt oder das Nagelbett verletzt wurde.
#9 Falscher Einsatz des Nagelfräsers
Der elektrische Nagelfräser ist ein kraftvolles Werkzeug, das eigentlich für das Abtragen von harten Gelnägeln gedacht ist. Sobald dieser Fräser ohne speziellen, sanften Aufsatz direkt auf dem empfindlichen Naturnagel angewendet wird, fehlt schlichtweg die Fachkenntnis. Dadurch wird die natürliche Schutzschicht des Nagels zerstört, was zu dauerhaften, schmerzhaften Schäden führen kann. Auf dem Naturnagel darf ein Fräser nur mit extrem geringer Drehzahl und einem speziellen, sehr feinen Aufsatz (wie einem weichen Schleifband oder einem feinen Diamantbit) benutzt werden und das auch nur, um unsichtbare Nagelhaut sanft zu lösen.
#10 Ein stechender, extrem chemischer Geruch
Beim Betreten des Studios sollte auf den Geruch geachtet werden. Ein extrem intensiver, stechender Chemie-Geruch im Raum deutet oft darauf hin, dass aus Kostengründen verbotenes oder billiges Methylmethacrylat statt des sicheren Ethylmethacrylats für Acryl- und Gelnägel verwendet wird. Dieser günstige Stoff steht im Verdacht, schwere Allergien, Entzündungen und sogar Nagelablösungen zu verursachen.
#11 Keine Zertifikate und Dumpingpreise unter 45 Euro
Da der Beruf nicht geschützt ist, sollten in den Räumlichkeiten gezielt offizielle Zertifikate, Schulungsnachweise oder Urkunden aushängen, besonders bei medizinischen Behandlungen. Ein weiteres Indiz ist der Preis: Qualität, teure Hygienemaßnahmen, hochwertige Produkte und eine fundierte Ausbildung kosten Geld. Wer eine komplette Neumodellage oder ein aufwendiges Design für deutlich unter 45 Euro anbietet, spart garantiert an der falschen Stelle, und zwar bei der Gesundheit der Kund*innen.