Preußische Vornamen, die heute wieder modern sind
Tradition trifft Zeitgeist – Preußische Vornamen werden heute wieder oft vergeben. Wir zeigen dir die beliebtesten 20 Vornamen aus vergangener Zeit.
Preußische Vornamen erleben derzeit ein spannendes Comeback. Viele Eltern greifen bewusst auf traditionsreiche Namen zurück, die in der vergangenen Zeit beliebt waren. Sie verkörpern Stärke, Beständigkeit und kulturelles Erbe und erinnern zeitlich an historische Persönlichkeiten. Entscheidest du dich für einen preußischen Vornamen für dein Kind, fällt deine Entscheidung auf einen Namen mit zeitloser Eleganz. In einer Welt voller internationaler Namen bieten die preußischen Klassiker eine charmante Alternative. Sie sind klangvoll, wirken elitär und verbinden die Gegenwart mit der Vergangenheit. Wir stellen dir die schönsten preußischen Vornamen vor, die heute wieder modern sind.
Wir starten mit einem absoluten Klassiker …
#1 Wilhelm
Der Vorname Wilhelm wirkt klassisch, männlich und modern. Er war einer der Herrschernamen in Preußen und ist besonders bekannt geworden durch Kaiser Wilhelm. Die Kurzform des Namens ist Willi oder Wili. Der Name Wilhelm bedeutet „willensstarker Beschützer“ und wird aus dem Althochdeutschen abgeleitet. „Willio“ bedeutet so viel wie „Wille“ und „helm“ bedeutet „Helm“ bzw. „Schutz“. Im 19. Jahrhundert war der Name in adeligen und bürgerlichen Kreisen weit verbreitet. Heute wählen Eltern den Vornamen Wilhelm, um einen historischen, aber auch modernen Namen zu haben, den man leicht abkürzen kann.
Weiter geht es mit einem Mädchennamen …
#2 Luise
Luise ist ein klassischer, weiblicher Vorname, der preußische Verbindungen besitzt. Er war besonders beliebt in Königsfamilien wie bei Luise, der Herzogin zu Mecklenburg-Strelitz, besser bekannt als Königin Luise. Der weibliche Vorname kann auch in anderer Schreibweise erfolgen, nämlich Louise. Der Vorname leitet sich ab von der männlichen Variante Ludwig und der französischen Schreibweise Louis. Die Bedeutung des Vornamens liegt im Althochdeutschen. Dort werden die Wörter „hlut“ übersetzt als „berühmt“ und „wig“ bedeutet übersetzt „der Kampf“. Der Name wird hauptsächlich mit „die berühmte Kämpferin“ übersetzt.
Weiter geht es wieder mit einem Jungennamen …
#3 Friedrich
Der männliche Vorname Friedrich wird direkt mit großen preußischen Königen, Philosophen und Reformatoren in Verbindung gebracht: König Friedrich Barbarossa, der Gesellschaftstheoretiker Friedrich Engels, der Lyriker Friedrich Hölderlin oder der Philosoph Friedrich Nietzsche. Der Name steht auch heute noch für Bildung, Autorität und Kraft. Viele Eltern entscheiden sich für die Kurzform des Namens, die Fritz lautet. Fritz klingt etwas neumodischer, hipper und freundlicher. Übersetzt du den Namen Friedrich aus dem Althochdeutschen, bedeutet „fridu“ so viel wie „Schutz“, „Friede“ oder „Sicherheit“ und „rîhhi“ so viel wie „mächtig“, „reich“, „Herrscher“ oder „Macht“. Oft wird der Name Friedrich daher mit „Friedensreich“ übersetzt.
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Der nächste Mädchenname ist besonders aristokratisch …
#4 Charlotte
Der weibliche Vorname Charlotte besitzt einen aristokratischen Klang. Er war an preußischen Höfen und in Europa weitverbreitet. Möchtest du den Namen Charlotte vergeben, triffst du eine gute Wahl. Er klingt elegant, schick, international und vielseitig. Er kann auf verschiedene Arten und Weisen ausgesprochen werden, was ihn besonders interessant macht. Weiterhin steht er für Tradition und zeitlose Eleganz. Der Name wird von Carl bzw. Karl abgeleitet. Aus dem Altdeutschen stammt „karal“, was so viel wie „frei“ bedeutet und „otte“ stellt eine Verniedlichungsform im Französischen dar. Der weibliche Vorname Charlotte wird daher mit „die kleine freie Frau“ oder „die Anmutige“ übersetzt.
Mit dem nächsten Jungennamen blicken wir auf eine lange Tradition …
#5 Heinrich
Der Vorname Heinrich hat seine Wurzeln nicht nur im Preußischen, sondern im Mittelalter. Er blickt auf eine lange Tradition zurück und strahlt Beständigkeit aus. In Preußen wurde der Name häufig im Adel oder in Akademikerkreisen vergeben. Heute wirkt Heinrich aristokratisch, geschmackvoll und edel. Da der Name häufig abgekürzt wird, kann daraus Hein oder Heini entstehen. Der Name entstand aus einer Ableitung der hochdeutschen Namen Heimrich oder Haganrich. Er leitet sich ab von den althochdeutschen Bezeichnungen „heim“ für „Haus“ bzw. „hagan“ für „Hof“ und „rîhhi“ für „Fürst“ oder „mächtig“. Der Name Heinrich bedeutet also „Hausherr“ oder „Herr im Haus“.
Nun kommen wir wieder zu einem Mädchennamen …
#6 Wilhelmine
Ganz deutlich sichtbar ist der weibliche Vorname Wilhelmine, die weibliche Ableitung zu dem männlichen Vornamen Wilhelm. Der Name ist stark preußisch geprägt. Er klingt altmodisch, würdevoll und edel. Wilhelmina war die Königin der Niederlande. Wer den Namen vergibt, setzt auf einen retro-romantischen noblen Namen. Moderne Abkürzungen wie Mina oder Wilma geben einen interessanten Dreh. Der Name wird zusammengesetzt aus den althochdeutschen Elementen „willo“, was für „Wille“ oder „Wunsch“ steht und „helm“, was für „Helm“ oder „Schutz“ steht. Wilhelmine bedeutet also „die willensstarke Beschützerin“.
Weiter geht es mit einem weitverbreiteten Namen …
#7 August
Der männliche Vorname August war in Preußen sehr beliebt. Er klingt würdevoll, warm und freundlich. Oft wurde er in königlichen Familien verwendet, wie bei Friedrich August I. Kurfürst von Sachsen oder August der Starke. Heute spürt man bei dem Namen August einen Retro-Vibe. Er wirkt nostalgisch, ein wenig altmodisch, aber auch edel und gleichzeitig kosmopolitisch. Die Kurzform des Namens Gus ist ebenfalls sehr angesagt. Der Name August passt am besten zu kreativen Eltern, die einen intellektuellen Namen auswählen wollen. Der Name leitet sich vom lateinischen Wort „augustus“ ab, was „erhaben“, „einflussreich“ oder „ehrwürdig“ bedeutet. August wird daher meist mit „der Erhabene“ übersetzt.
Nun kommen wir zu einem fröhlichen Mädchennamen …
#8 Amalie
Amalie war ein Name, der im 18. und 19. Jahrhundert in Preußen weitverbreitet war. Er klingt zart, melodisch, fröhlich und elegant. Amalie wird heute wieder sehr gerne vergeben, da der historische Name wohlklingend und abwandelbar ist. Amalia, Amali oder auch Kurzformen wie Mali oder Ama klingen schön. Eltern vergeben den Namen gerne, weil er literarischen Charme besitzt und eine feine feminine Note durchklingen lässt. Abgeleitet wird der Name vom gotischen „amals“ und bedeutet „tüchtig“ oder „tapfer“. Amalie wird daher mit „die Tüchtige“ übersetzt.
Mit unserem Platz neun widmen wir uns wieder einem Jungennamen …
#9 Otto
Der Name Otto ist stark mit Preußen verbunden. Kein Wunder, denn Otto von Bismarck war Ministerpräsident in Preußen. Der Name selbst ist kurz, prägnant und leicht zu merken. Er war in Herrscherhäusern beliebt und wurde daher oft vergeben. Sein klarer Klang und seine markante Schreibweise machten ihn zu etwas Besonderem. Eltern, die einen kurzen, prägnanten Namen suchen, empfinden Otto als großartig. Deswegen erlebt der Name gerade sein Retro-Revival und Comeback. Darüber hinaus passt Otto als männlicher Vorname wunderbar zum modernen Nachnamen. Der Name selbst wird aus dem Althochdeutschen „ot“ abgeleitet und bedeutet so viel wie „Besitz“, „Reichtum“ oder „Erbe“.
Unser Platz zehn ist die weibliche Form eines bereits genannten Jungennamens …
#10 Henriette
Der Vorname Henriette ist die weibliche Form des Vornamens Heinrich. Henriette war ein im preußischen Adel geläufiger Name, wie etwa Louise Henriette von Oranien-Nassau. Der Vorname klingt elegant, aristokratisch und klassisch. Er zeigt zeitlose Eleganz und ist auch wunderbar mit modernen Namen und Nachnamen kombinierbar. Der Name leitet sich aus dem hochdeutschen „heima“ für „das Heim“ und „rihhi“ für „die Macht“ ab. Henriette bedeutet also „die Hausherrin“, „die Herrscherin“ oder „die Mächtige“. Eltern vergeben den Namen gerne, weil er Kultur und Geschichte transportiert, ohne altmodisch zu wirken. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, Spitznamen wie Hetti, Etta oder Henne zu kreieren.
Nun kommen wir zu unserem elften Platz …
#11 Albrecht
Der männliche Vorname Albrecht war vorwiegend in preußischen Adelskreisen gebräuchlich. Der Name hat althochdeutsche Wurzeln und wurde aus den altgermanischen Wörtern „adl“ und „beraht“ gebildet. „adl“ bedeutet übersetzt so viel wie edel und vornehm und „beraht“, wird übersetzt mit glänzend und hell. Albrecht war dementsprechend „der strahlende Edelmann“. Der Klang des Namens wird als aristokratisch und edel angesehen. Er wird oft von Eltern gewählt, die einen traditionellen, besonderen Namen für ihr Kind haben möchten. Der Vorname Albrecht wirkt dabei seriös, ungewöhnlich und intellektuell.
Jetzt kommen wir zu einem schönen Mädchennamen auf Platz zwölf …
#12 Sophie
Der Vorname Sophie wird in letzter Zeit wieder häufig vergeben. Er gehört zu den zeitlosen, klassischen Namen in Europa. In Preußen war er besonders beliebt. Durch die einfache Aussprache und die weiche Klangstruktur des Namens kann er international verwendet werden. Er wirkt zugänglich, elegant, aber auch vielseitig kombinierbar. So verwundert es nicht, dass es Doppelnamen und verschiedene Schreibstile des Mädchennamens gibt. Abgeleitet wird der Name Sophie aus dem Griechischen von „Sophia“, was übersetzt so viel wie „Weisheit“ bedeutet. Sophia ist also „die Weise“.
Der nächste Jungenname feiert ein Comeback …
#13 Ernst
In der preußischen Kultur war der männliche Vorname Ernst ein weitverbreiteter Name. Heute bekommt der Name ein Revival und wird meistens von Eltern gewählt, die schlichte, einfache und trotzdem inhaltlich starke Namen bevorzugen. Der Name an sich wirkt leicht konservativ, aber klar. Oft wird er in Kombination mit einem modernen Zweitnamen vergeben, um Tradition und Gegenwart zu verbinden. Der Kosename von Ernst ist Ernie. Der Name wird abgeleitet vom althochdeutschen Wort „ernust“, was so viel wie „Streit“, „Kampf“ oder „Eifer“ bedeutet. Ernst wird daher als „der Entschlossene“ oder „der Ernsthafte“ übersetzt.
Für den nächsten Mädchennamen gibt es viele Kurzformen …
#14 Mathilde
Mit Mathilde zeigt sich noch ein weiblicher Vorname, der in preußischen Kreisen geläufig war. Der Vorname wird häufig in Kombination mit einem modernen Zweitnamen vergeben. Tradition trifft so auf die heutige Zeit und entfaltet sich zu spannenden Kombinationen. Die moderne Kurzform von Mathilde zeigt sich in Tilda, Tilly, Matti, Hilde oder Martha. Eltern, die Wert auf einen selbstbewussten Klang, aber auch auf Femininität legen, wählen diesen Namen gerne. Der Name stammt aus dem Althochdeutschen und geht auf den Namen Mahthilt zurück. Er setzt sich aus „maht“ für „Macht“ bzw. „Kraft“ und „hilt“ bzw. „hiltja“ für „Kampf“ bzw. „Schlacht“zusammen. Mathilde wird daher mit „mächtige Heldin“, „starke Kämpferin“ oder „mächtig im Kampf“ übersetzt.
Kommen wir wieder zu einem Jungennamen …
#15 Karl
Kurz, prägnant und klassisch – der männliche Vorname Karl zeigt sich als alter, deutscher Name mit einer langen preußischen Tradition. Er wirkt robust, bodenständig und zeitlos. Deswegen wird der Vorname wiederholt gerne gewählt, insbesondere in Kombination mit einem Zweitnamen. Es zeigen sich einige Varianten des Namens wie etwa die Kurzform Karlchen oder Carlos, was international wirkt. Karl ist ein beliebter Vorname bei Eltern, die es traditionell, historisch, aber kurz und knapp mögen. Der Name wird abgeleitet von „karal„, was im Althochdeutschen „Mann“ bzw. "Ehemann“ bedeutet. Karl wird also mit „der freie Mann“, „Der Ehemann“ oder „Der Mann“ übersetzt.
Dieser Mädchenname hat einen biblischen Bezug …
#16 Elisabeth
Mit dem weiblichen Vornamen Elisabeth zeigt sich auf dem fünften Platz ein Name, der biblischen Ursprungs ist. Der Name ist durch die biblische Figur Elisabeth, die Mutter Johannes des Täufers, bekannt geworden und wurde auch in Preußen oft vergeben. Elisabeth ist die griechische Form des hebräischen Namens Elischeba. Aus dem Hebräischen übersetzt bedeutet Elisabeth „Gott ist Fülle“ oder „Gott ist Vollkommenheit“. In Preußen wurde der Name häufig an Königinnen und hohe Damen vergeben. Eltern, die sich für diesen Namen entscheiden, finden zeitlose, klassische Namen gut. Der Name funktioniert auch international sehr gut und bietet viele Kurzformen wie Lisbeth, Elisa, Lisa, Lise oder auch Beth.
Weiter geht es wieder mit einem Jungennamen …
#17 Leopold
Der männliche Vorname Leopold war in europäischen Fürstenhäusern ein weitverbreiteter Name und wurde auch in Preußen häufig vergeben. Er klingt präsent, aristokratisch und melodisch. Der Name klingt ungewöhnlich und literarisch, was Eltern besonders an ihm reizt. Er hat trotz Tradition eine moderne, lässige Note. Der Name Leopold wird begleitet vom althochdeutschen bzw. germanischen Wort „liut“ bzw. „lleut“, was so viel wie „Volk“ und „Leute“ bedeutet. Zudem von dem althochdeutschen Wort „bald“, was mit „kühn“, „stark“ oder „mutig“ übersetzt wird. Leopold ist bekannt als „der Kühne aus dem Volk“, „mutige Menschen“ oder „tapfere Menschen“.
Ein besonders klangvoller Mädchenname kommt auf Platz 18 …
#18 Adele
Im 19. Jahrhundert war der weibliche Vorname Adele in preußischen und europäischen Kreisen weitverbreitet. Er ist auch heute noch sehr gefragt und zeigt sich kurz, modern und elegant. Der Name klingt klangvoll, leicht und edel. Häufig wird er von Eltern gewählt, die einen traditionellen und trotzdem schön klingenden Namen auswählen wollen. Gleichzeitig strahlt er eine feminine Leichtigkeit aus und ist klar strukturiert. Abgeleitet wird Adele aus dem althochdeutschen Wort „adal“, was so viel wie „edel“, „vornehm“, „aus vornehmen Geschlecht“ bedeutet. Adele wird also übersetzt mit „die Adelige“ oder „Die Edle“.
Nun kommen wir zu unserem letzten preußischen Jungennamen …
#19 Bernard
Im preußischen Umfeld war Bernard ein gern gewählter Name. Er vermittelt Kraft und Verlässlichkeit, bietet eine robuste Struktur und ist wohlklingend. Gleichzeitig wirkt er herzlich, traditionsbewusst und intellektuell. Die Kurzform des Namens zeigt sich in Bernie oder Bernd, was wiederum modern wirkt. Eltern, die eine rustikale Tradition mit Stärke und Tiefe verbinden wollen, setzen auf diesen Vornamen. Bernard leitet sich ab von den germanischen Worten „bern“ für „Bär“ und „hart“ für „stark“. Bernard bedeutet also „stark wie ein Bär“.
Auf dem letzten Platz zeigt sich ein beliebter, preußischer Mädchenname …
#20 Marianne
Der weibliche Vorname Marianne verbindet die Vornamen Maria und Anna miteinander. Er war als doppelte Form in Preußen besonders beliebt. Der Name strahlt religiöse und kulturelle Tiefe aus. Gleichzeitig überzeugt mit einem klassischen, nostalgischen Charme und einem tollen Klang. Er wirkt freundlich und bietet Kosenamen wie Mari, Anne oder Anni. Abgeleitet wird der Namensteil „Maria“ aus dem aramäischen „mirjam“, was für „die Verbitterung“ bzw. „die Bitterkeit“ steht. Auch aus dem Ägyptischen „mry“ für „Der Geliebte“ oder dem Hebräischen „myr“ für „fruchtbar“ kann der Name abgeleitet werden. Der Namensteil „Anna“ stammt aus dem Hebräischen „channah“ und bedeutet übersetzt so viel wie „die Gnade“. Marianne ist also „die Gnändige“, „Die Geliebte“, „Die Bitterkeit“ oder „die von Gott geliebte“.