Zu feucht beim Liebesakt: Das steckt dahinter
Du bist richtig in Stimmung – doch dann macht zu viel Feuchtigkeit deinem Partner und dir einen Strich durch die Rechnung? Das sind die Gründe.
Zu viel Reibung beim Liebesakt ist unangenehm, das ist kein Geheimnis. Doch leider ist auch das Gegenteil nicht immer vorteilhaft: Ist der weibliche Körper zu feucht, spüren manche Paare nur noch sehr wenig. Dadurch ist die richtige Erregung leider nicht immer möglich. Manche Paare finden es schwierig, zum Höhepunkt zu kommen. Für eine zu feuchte Vagina gibt es einige Gründe. In vielen Fällen gibt es zum Glück einfache Möglichkeiten, Abhilfe zu schaffen. In seltenen Fällen können allerdings auch Infektionen die Ursache sein.
Warum Feuchtigkeit nicht immer vorteilhaft ist
Ein hohes Level an Feuchtigkeit ist für viele Paare das Ziel beim Liebesakt. Zu viel Reibung ist vor allem für die Frau unangenehm und daher meist hinderlich. Allerdings empfinden einige Menschen auch zu viel Feuchtigkeit als Problem. Durch die geringe Reibung fällt es einigen Menschen schwer zum Höhepunkt zu kommen. Das kann sowohl für Männer als auch für Frauen gelten. Darüber hinaus besteht allerdings wenig Grund zur Sorge. Stört die Feuchtigkeit nicht, gibt es generell keinen Handlungsbedarf. Nur, wenn es den Akt erschwert oder die Feuchtigkeit mit anderen unangenehmen Symptomen einhergeht, sollte sie hinterfragt werden.
Kein Höhepunkt = zu viel Feuchtigkeit?
Frauen suchen den Fehler häufig bei sich: Das gilt nicht nur, aber auch bei fehlender Erregung beim Liebesakt. Dabei sollte klar sein, dass nicht nur mangelnde Reibung die Ursache für zu wenig Erregung sein kann. Kommt nur eine*r der beiden Partner*innen oder sogar keine*r zum Höhepunkt, kann das viele Ursachen haben. Fehlendes Vorspiel, schwache Erektionen und viele andere Gründe sind denkbar. Es ist daher ratsam, stets zu überprüfen, was noch in Frage kommen könnte. Möglicherweise liegt das Problem an anderer Stelle. Gute Kommunikation zwischen den Partner*innen ist in diesem Bereich äußerst wichtig für ein schönes Erlebnis.
Zu feucht durch den Eisprung
Bist du dennoch der Meinung, dass du an manchen Tagen zu feucht bist, kann der Eisprung die Ursache sein. Das Scheidensekret verändert sich mit dem weiblichen Zyklus. Zu den fruchtbaren Tagen ist es deutlich feuchter, als etwa direkt nach der Periode. Besteht die überhöhte Feuchtigkeit nur an wenigen Tagen im Monat, kann der Eisprung dahinterstecken. Die Lösung: Beobachte deinen Zyklus und lernen deinen Körper besser kennen. Ein Basalthermometer kann dabei helfen, die fruchtbaren Tage genauer zu bestimmen. So findest du heraus, ob sich die Feuchtigkeit tatsächlich rund um den Eisprung verändert.
Ein Blick auf die Hormone
Ein hoher Östrogenspiegel kann ebenfalls die Ursache für sehr viel Sekret sein. Ist der Hormonhaushalt im Ungleichgewicht, ist zu viel Feuchtigkeit bei vielen Frauen eine der Konsequenzen. In dem Fall ist es gut möglich, dass auch außerhalb des Liebesaktes zu viel Feuchtigkeit besteht. Kommt dir das Phänomen bekannt vor? Dann sprich am besten mit deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen darüber und lass einen Bluttest machen. Im Rahmen einer Beratung kannst du Lösungen finden. Häufig hilft schon eine Ernährungsumstellung oder der Umstieg auf eine andere (östrogenfreie) Pille.
Infektionen erkennen
Sollte wirklich eine Infektion hinter der Feuchtigkeit stecken, erkennst du das an zusätzlichen Symptomen. Infektionen zeigen sich in der Regel durch eine Kombination aus mehreren Symptomen wie Juckreiz, Rötungen und Schwellungen. Außerdem ist meist nicht nur die Menge der Feuchtigkeit verändert, sondern auch die Farbe oder Konsistenz des Ausflusses. Bei Pilzinfektionen ist der Ausfluss oft bröckelig und dunkel weiß, bei Bakterien gräulich. Stellst du keine anderen Symptome außer erhöhter Feuchtigkeit fest, besteht in der Regel kein Grund zur Sorge. Infektionen zeigen sich gerade dadurch, dass sie unangenehm sind.
Starke Erregung
Tritt starke Feuchtigkeit hauptsächlich oder ausschließlich beim Liebesakt auf, kann eine sehr starke Erregung der Grund sein. Ist der weibliche Körper erregt, wird es unten feucht. Bei sehr starker Erregung kann die Feuchtigkeit ebenfalls sehr intensiv werden. Das kann sich auch mit einem neuen Partner oder einer neuen Partnerin verändern. Starke Erregung und damit einhergehende Feuchtigkeit sind ein gutes Zeichen und es besteht kein Grund etwas zu verändern. Stört es dich und dein Gegenüber dennoch, kannst du die Feuchtigkeit vorsichtig mit etwas Toilettenpapier abtupfen, bevor es weitergeht!
Lusttropfen des Mannes
Feuchtigkeit im Vaginalbereich kann auch am Mann liegen – und zwar, wenn Lusttropfen auftreten. Manche Männer schütten bei starker Erregung Lusttropfen aus, die sich je nach Position mit dem Vaginalsekret vermischen können. Gemeinsam kann das dann für relativ viel Feuchtigkeit sorgen. Unter Umständen kann es so aussehen, als ob die Feuchtigkeit rein von der Frau kommt, obwohl dies gar nicht der Fall ist. Genau wie viel Vaginalsekret ist auch der Lusttropfen im Grunde ein Zeichen für starke Erregung. Wenn die Feuchtigkeit stört, hilft es auch in diesem Fall, sie einfach etwas abzutupfen.
Wann benötigst du ärztlichen Rat?
Ein Besuch in der Arztpraxis ist im Grunde nur wichtig, wenn du unangenehme Symptome oder veränderten Ausfluss wahrnimmst. Juckreiz, Schwellungen, Rötungen und auch ein seltsamer Geruch können Anzeichen für Infektionen oder Krankheiten sein. Das gleiche gilt, wenn sich der Ausfluss in Farbe oder Konsistenz verändert. Ein ärztlicher Besuch kann das Problem aufklären. Sollte tatsächlich eine Infektion vorliegen, erhältst du dort auch Hilfe, um das Problem wieder in den Griff zu kriegen. In manchen Fällen kann auch eine Latexallergie hinter dem Ausfluss stecken.
Lösungen finden für mehr Reibung
Ist die Feuchtigkeit beim Liebesakt störend, kannst du ein wenig davon einfach mit einem sauberen Taschentuch oder Toilettenpapier abtupfen. Sei dabei allerdings vorsichtig und reibe dich nicht ganz trocken. Das kann die Schleimhäute beschädigen. Außerdem ist etwas Feuchtigkeit beim Akt absolut notwendig. Manche Paare spüren auch in bestimmte Positionen mehr Reibung. Probiert euch dabei einfach aus. Vermeiden solltest du Produkte, die austrocknend wirken. Das schadet deinem Körper nur.
Tipp: Einsatz von Hilfsmitteln
Einige Paare empfinden auch den Einsatz von Toys oder genoppten Kondomen als hilfreich. Dadurch wird es zwar unten nicht weniger feucht, doch die Empfindungen können steigen. Solche Hilfsmittel sorgen teilweise für stärkere Erregung und noch mehr Feuchtigkeit. Allerdings sind sie in der Regel auch durch die Feuchtigkeit durch zu spüren. Grundsätzlich ist es das Beste, gemeinsam herauszufinden, was für euch funktioniert. Kommunikation ist dabei das A&O! Sprecht offen miteinander darüber, was euch gefällt und wie ihr beide den Liebesakt am besten genießen könnt.