Selbstbestimmt: Olympia-Sportlerinnen, die ihre Körper feiern

Diese Frauen bei Olympia entscheiden selbst, wie sie auftreten, welche Grenzen sie setzen und wie sie ihre Körper feiern.

Viele Sportlerinnen bei Olympia zeigten sich bereits freizügig im Netz.
Quelle: IMAGO / NurPhoto

Sie kämpfen um Medaillen, geben alles im Training und nehmen sich gleichzeitig die Freiheit, ihren Körper stolz zu zeigen. Neben ihrer Teilnahme bei Olympia entscheiden diese Sportlerinnen also selbst, wie sie auftreten – auch gerne einmal freizügig – und zeigen damit, dass Stärke nicht nur über Leistung, sondern auch über Selbstbewusstsein definiert wird.

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Lisa Buckwitz ist viel auf OnlyFans unterwegs.
Quelle: IMAGO / Andreas Franke

#1 Lisa Buckwitz

Lisa Buckwitz spricht beim Zdf offen über ihre Aktivitäten bei OnlyFans und ihre Erfahrung mit dem Playboy: „Ich habe einen Sponsorenvertrag mit OnlyFans. Sie unterstützen meinen Bob und mein Team“, erklärt sie. „Der Playboy war eine krasse Anfrage – es war eine Ehre, auf dem Cover zu sein.“ Auch bei OnlyFans bekommt sie viel positives Feedback, weil sie ihren Fans damit einen Einblick in ihr Leben gibt. Der Austausch mit den Fans sei wie mit WhatsApp-Chats, nur dass die Leute dafür bezahlen. Es geht um Themen wie ihr Leben als Bob-Fahrerin, Ernährung, Schlafgewohnheiten oder Yoga. „Komplette Nacktfotos würde ich dort nie posten“, betont sie. Auf Fragen, etwa was sie nachts zum Schlafen trägt („kurzes Höschen und Top“) oder unter dem Rennanzug („Unterwäsche“), antwortet sie gern. Grenzüberschreitungen kommen laut Buckwitz selten vor: „Dann kann man blockieren. Bei OnlyFans interagieren reale Menschen, die mit einer Olympiasiegerin sprechen wollen.“ Sie möchte ihre Popularität während der Winterspiele in Cortina nutzen, um Fans noch mehr Einblicke zu geben.

Franziska Feldmeier ist im März 2026 im „Playboy“ zu sehen.
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Franziska Feldmeier

Für die März-Ausgabe 2026 des „Playboy“ zeigt sich Franziska Feldmeier von ihrer sinnlichen Seite – und nutzt die Gelegenheit, um gegen Klischees im Sport zu kämpfen. Ihr Anliegen: Ein sportlicher, muskulöser Körper kann genauso feminin und schön sein. Feldmeier möchte besonders jungen Mädchen zeigen, dass sie sich keine Gedanken darüber machen müssen, „ob sie weiblich genug aussehen“, wie die Bunte zitiert. Auch die Differenzierung der Geschlechter im Sport kritisiert sie: „Eishockey ist kein reiner Männersport.“ Verletzende Sprüche wie „Mannweiber“ kennt sie aus eigener Erfahrung. Feldmeier bemängelt zudem die fehlende Nachwuchsarbeit für Mädchen: „Bis ich zwölf war, wusste ich ehrlich gesagt nicht einmal, dass es Frauen-Eishockey gibt.“ Ihr Auftritt im Playboy ist für sie eine Möglichkeit, Sichtbarkeit für weibliche Athletinnen zu schaffen.

Auch Vanessa Mark ist Teil des Doppelcovers vom „Playboy“.
Quelle: IMAGO / Hartenfelser

Vanessa Mark

Bob-Weltmeisterin Vanessa Mark ist ebenfalls auf dem März-Cover des „Playboy“ zu sehen. 2024 krönte sie sich mit WM-Gold, aktuell pausiert sie wegen einer Verletzung. Sie beschreibt sich selbst als „groß, nicht superskinny und trotzdem athletisch.“ Mit den Fotos im Magazin möchte Mark junge Sportlerinnen inspirieren, „anders über sich selbst nachzudenken.“ Sie stimmt Feldmeier in ihren Aussagen zu: „Schade, dass junge Mädchen in jeder Sportart überlegen müssen, ob sie weiblich genug wirken.“ Männliche Athleten müssen sich mit so etwas nicht auseinandersetzen. Für Mark ist der Playboy-Auftritt ein Statement gegen Geschlechterklischees und ein Appell für mehr Sichtbarkeit und Anerkennung weiblicher Sportlerinnen.

Lesetipp: Auch die Promis waren schon im Playboy.

Juliane Seyfarth muss sich für freizügige Fotos rechtfertigen. Besonders fair ist das für sie nicht.
Quelle: IMAGO / Beautiful Sports International

Juliane Seyfarth

Mit 35 Jahren ist Juliane Seyfarth die älteste deutsche Athletin bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo. Neben ihren sportlichen Erfolgen ist die Skispringerin auch für freizügige Fotos bekannt. 2021 war sie im „Playboy“ zu sehen, 2026 ziert sie sogar die Special-Edition „Die 30 schönsten Olympia-Stars“. Seyfarth teilt solche Bilder nicht nur in Magazinen, sondern auch online auf Instagram, unter dem Künstlernamen „Nayeli Rose“. „Ich habe das getrennt und einen Künstlernamen gewählt. Was ich außerhalb des Skispringens mache, verdient eine eigene Bühne“, erklärt sie gegenüber Bild. Auch auf Plattformen wie BestFans zeigt sie ihre Kunst frei und unabhängig vom Sport. Die Resonanz ist groß: Viele Frauen schätzen vor allem die künstlerische Seite. „Viele sagen, es ist inspirierend und fragen, ob wir zusammen Fotos machen können“, berichtet Seyfarth. Sexistische Nachrichten blendet sie einfach aus: „Zu 99 Prozent sind es nette Worte, über die man sich freut.“

Jutta Leerdam wird wegen ihres Lifestyles in den Medien viel kritisiert.
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Jutta Leerdam

Eisschnellläuferin Jutta Leerdam hat bei Olympia 2026 im 1000-Meter-Rennen die Goldmedaille in Rekordzeit geholt – und damit die beste Antwort auf die anhaltende Kritik aus ihrer Heimat geliefert. In den Niederlanden ist Leerdam ein polarisierender Nationalstar. Neben sportlichem Ruhm sorgt ihr Leben als Glamour-Girl für Schlagzeilen: Sie hat fast sechs Millionen Instagram-Follower*innen (Stand 11.02.2026), diverse Werbeverträge und eine Beziehung zu Boxer und Influencer Jake Paul. Gerade diese Kombination bringt ihr viel Kritik ein. Zuletzt wurde Leerdam kritisiert, weil sie per Privatjet zu Olympia reiste. Zudem geriet sie unter Beschuss, weil sie, vielleicht als eingeschnappte Reaktion, nicht mit der schreibenden Presse gesprochen hatte, was der niederländische Sportjournalistenverband dann als „inakzeptabel“ bezeichnete. Trotz aller Diskussionen zeigt sie auf dem Eis, dass ihre Leistung unbestritten ist und beweist: Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung schließen Leistung nicht aus.

Janine Flock beweist: Jede Frau sollte stolz auf ihren Körper sein.
Quelle: IMAGO / GEPA pictures

Janine Flock

Janine Flock ist eine der erfolgreichsten Skeletonpilotinnen Österreichs. Die Heeressportlerin nahm bisher dreimal an Olympischen Winterspielen teil, gewann dreimal den Skeleton-Weltcup, wurde 2016 Vize-Weltmeisterin und ist vierfache Europameisterin. Für die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina wurde sie wieder im österreichischen Aufgebot nominiert. Neben ihrer Sportkarriere hat sich Flock 2022 für den „Playboy“ fotografieren lassen. Auf die Frage, was mehr Mut erfordere – den Eiskanal mit 145 km/h hinunterzufahren oder ein Fotoshooting – antwortete sie lachend: „Definitiv das Foto-Shooting. Das hat mich viel Mut gekostet, aber ich bin stolz auf diese Entscheidung.“

Flock betont, dass das Shooting eine Möglichkeit sei, eine andere Seite von sich zu zeigen. Sie möchte mit den Bildern vermitteln, dass ein natürlicher Körper schön sein kann: „Ich habe keine Schönheits-OPs und stehe zu dem, was ich habe. Jede Frau kann stolz auf ihren Körper sein.“ Als Spitzensportlerin hat sie zudem ein besonderes Verhältnis zu ihrem Körper: „Er ist mein Werkzeug, es geht um Gesundheit, Fitness und die Leistung, die er erbringen kann.“

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