Teilzeit, Rentenlücke, Altersarmut: 13 Dinge, die Frauen jetzt fürs Geld tun sollten
Dein Gehalt reicht nicht zum Sparen und bis zur Rente hast du noch viel Zeit? Wir zeigen dir, wie du auch mit wenig Geld vorsorgen kannst - und solltest!
Vielen Frauen kennen das: Am Ende der Geldes ist oft noch sehr viel Monat übrig. Ein Großteil von uns Arbeitnehmerinnen arbeitet in Teilzeit und/oder schlecht bezahlten Jobs. Sparen und Rücklagen für die eigene Rente schaffen scheint da fast ausgeschlossen. Wie und warum du dir trotz kleinem Einkommen ein sicheres Finanzpolster für die Zukunft schaffen kannst (und unbedingt solltest!), das erfährst du auf den folgenden Seiten.
Du denkst Männer und Frauen verdienen mittlerweile das Gleiche? Von wegen:
#1 Mach dir die Gender Pay Gap bewusst
Man sollte eigentlich meinen, dass im Jahr 2026 Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen längst ausgeräumt sein müssten. Aber denkste: Laut Statistischem Bundesamt lag die Gender Pay Gap im vergangenen Jahr immer noch unverändert durchschnittlich bei 16%. Wer denkt, das sei wenig, kann mit uns gemeinsam nachrechnen: Bei einem monatlichen Durchschnittsgehalt von 3.000€ brutto macht das ganze 480€ Unterschied. Bares Geld, das weniger in die Sozialversicherung (und damit in die Rente) eingezahlt wird und natürlich auch Netto weniger übrig lässt. Monat für Monat, Jahr für Jahr.
Klingt ungerecht? Ist es auch. Und vor allem soll es dir bewusst machen, dass du deswegen umso mehr in deine finanzielle Absicherung im Alter investieren solltest.
#2 Lass Teilzeit nicht zur Finanzfalle werden!
Für gewöhnlich arbeiten die meisten Frauen nach Abschluss ihrer Ausbildung in Vollzeit, doch sobald sich Nachwuchs ankündigt, gehört die 40-Stunden-Woche oft schlagartig der Vergangenheit an: Nach Mutterschutz und Elternzeit steigen viele Frauen wieder in Teilzeit in ihren Beruf ein, um Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen. Im Jahr 2024 arbeitete jede zweite erwerbstätige Frau (49%) in Teilzeit.
Doch leider machen 10 oder 15 Stunden weniger pro Woche anders als angenommen sehr wohl einen großen Unterschied: Wer in Vollzeit 3.500€ brutto verdienen würde, bekäme bei einer 30-Stunden-Woche (also 25% weniger Arbeitszeit) nur 2.625€ brutto vergütet. Zudem fehlt hier wieder bares Geld, das in die Rentenkasse eingezahlt würde. Also ein weiterer wichtiger Grund für berufstätige Mütter, die eigene finanzielle Zukunft nicht dem Zufall zu überlassen.
Durch Teilzeit und Gender Pay Gap ziehen Frauen auch im Alter oft den Kürzeren, die diese alarmierenden Zahlen zeigen:
#3: Gender Pension Gap – Denk an die Finanzlücke im Alter!
Wer als Frau glaubt, nach einem arbeitsreichen Leben von einer großzügigen Rente leben zu können, liegt leider meistens falsch: Schon für 2023 hatte das Statistische Bundesamt ermittelt, dass Frauen durchschnittlich 27,1% (also fast 1/3!) weniger Rente erhalten als Männer. Schuld daran sind die bereits benannte Teilzeitfalle und und die ungleichen Löhne. Da Rentenansprüche meist ohnehin knapp bemessen sind, folgt hier eine weitere gruselige Statistik: Während Männer durchschnittlich 2.133€ Rente monatlich erhalten, bekommen Frauen nach aktuellem Stand nur 1.558€. Kein Wunder also, dass hierzulande mittlerweile jede 5. Frau ab 65 Jahren armutsgefährdet ist. Spätestens jetzt sollten bei uns die Alarmglocken schrillen, damit wir uns zukünftig finanziell besser absichern.
#4 Mach dir bewusst, dass die Inflation unsere Zukunft immer teurer macht
Vielleicht bist du eine sehr sparsame Person, brauchst zum Leben nicht viel und Geld ist dir allgemein nicht wichtig. Das zeugt von einem ehrenwerten Charakter, allerdings wirst du dich auch in Zukunft nicht nur von Luft und Liebe ernähren können. Bekanntermaßen werden Konsumgüter durch die Inflation im Schnitt jährlich zwei Prozent teuer, und dazu zählen natürlich auch Lebensmittel. Zwei Prozent klingen erstmal nicht viel: Wenn heute ein Kilo Bananen beim Discounter 1,19€ kostet, sind das in einem Jahr 1,21 Euro, also nur zwei Cent mehr. Durch den Zinses-Zins-Effekt kostet dasselbe Kilo allerdings in fünf Jahren bereits 1,31 €, in zehn Jahren dann 1,45€ und in 20 Jahren 1,77€. Und da diese Teuerung alle Lebensmittel betrifft und du sicherlich nicht nur Bananen einkaufen wirst, wird dein Wocheneinkauf im Discounter oder Supermarkt also deutlich teurer werden – wohlgemerkt mit viel weniger Geld im Portemonnaie durch die schmale Rente.
Übrigens kannst du heute schon mit unseren Tipps im Supermarkt bares Geld sparen und sicherst dir gleichzeitig die beste Qualität.
#5 Verstehe, warum längere Verdienstausfälle dich im Alter teuer zu stehen kommen könnten
Manchmal ist das Leben das, was passiert, während man andere Pläne hat: Die Entscheidung für Kinder zwingt bereits viele Frauen in eine Berufspause, die durch Mutterschafts- oder Elterngeld leider nur teilweise aufgefangen wird. Was aber, wenn man plötzlich die Pflege eines Angehörigen übernehmen muss – zum Beispiel, wenn der Nachwuchs eine Behinderung hat oder die eigenen Eltern nicht mehr für sich selbst sorgen können? Die Zahlen belegen, dass wieder mal die Frauen deutlich mehr Zeit in die Carearbeit (also Sorgearbeit) investieren: Zuletzt verrichteten Frauen pro Woche knapp zehn Stunden mehr Carearbeit als ihr männliches Pendant und die sogenannte Gender Care Gap liegt aktuell bei 43,3%. Kein Wunder, dass viele Frauen bei dieser starken Belastung ihren Job gleich für mehrere Jahre an den Nagel hängen, um vermehrt für die eigenen Angehörigen da sein zu können. Leider mit fatalen Folgen: Die längeren Zeiträume ohne Einkommen schmälern nicht nur drastisch die Rentenansprüche; sie machen auch einen Wiedereinstieg in den Beruf bei fairer Bezahlung deutlich schwieriger.
#6 Mach dir klar: Ehegattensplitting spart heute Steuern – und morgen an deiner Rente
Es klingt zunächst verlockend: Zur Lohnsteuerberechnung werden in einer Ehe einfach beide Gehälter addiert und dann der Mittelwert errechnet, der anschließend vom Finanzamt besteuert wird. Dazu ein simples Rechenbeispiel: In einer Ehe verdient der Mann 60.000€ im Jahr, die Frau bleibt zuhause und verdient 0€. Das Gesamteinkommen des Haushaltes beläuft sich damit auf 60.000€, allerdings wird nur die Hälfte davon ( =30.000€) wegen des Ehegattensplittings besteuert.
Nun entscheidet die Frau, selbst wieder ein paar Stunden arbeiten zu gehen und verdient fortan 20.000€ pro Jahr. Wieder werden beide Einkommen addiert und durch zwei geteilt: 60.000€ + 20.000€ ergibt 80.000 €, geteilt durch zwei macht das 40.000€, die der Fiskus nun besteuert – also 25% mehr als im vorherigen Rechenbeispiel. Durch die Erwerbstätigkeit der Frau entstehen außerdem weitere Kosten, etwa für die Kinderbetreuung oder Wege zur Arbeit.
Folglich schwächt das Ehegattensplitting die Arbeitsanreize für Geringerverdienende (die meistens Frauen sind), da es sich steuerlich nachteilig auswirkt. Doch was in der Gegenwart günstig für das Familieneinkommen ist, rächt sich für Frauen spätestens mit dem Eintritt in die Rente.
#7 Mach Kassensturz – für heute und für morgen
Egal, wie viel dir aktuell Netto zur Verfügung steht: Der erste und wichtigste Schritt bleibt, dich aktiv fürs Sparen und Investieren in deine Zukunft zu entscheiden. Am besten gelingt das mit einem ehrlichen Kassensturz: Welche Einnahmen hast du? Welche Fixkosten musst du monatlich zahlen? Was willst du maximal für Lebensmittel, Haushalt, Kleidung, Kultur und Freizeit ausgeben? Und wie viel bleibt dann am Ende noch übrig? Dieses Momentum kannst du ebenso nutzen, um unnötige monatliche Kosten wie ein ungenutztes Fitness-Abo oder einen teuren Mobilfunkvertrag einzudampfen. Daneben gibt es viele weitere Möglichkeiten, um jeden Monat ein paar unnötige Ausgaben einzusparen.
Und auch über dein zukünftiges persönliches Budget solltest du dir Gedanken machen: Mittlerweile gibt es online viele Anbieter, bei denen du unkompliziert deine persönliche Rentenlücke ausrechnen kannst. So hast du einmal schwarz auf weiß, wie viel Geld dir im Alter voraussichtlich fehlen wird und wieviel du folglich in Eigenregie ansparen müsstest.
Und keine Sorge: Schon wenn du monatlich einen kleinen Betrag zur Seite legst, kann sich das im Alter richtig lohnen.
Wie du das meiste an Geld für dich rausholst, erfährst du nun auf den folgenden Seiten:
#8 Lege als erstes einen Notgroschen zur Seite
Keine Frage: Bevor du Geld in die eigene Altersvorsorge investierst, solltest du dich erstmal finanziell im Hier und Jetzt absichern. Denn oft trifft es uns unvorbereitet, wenn plötzlich die Waschmaschine kaputt geht oder eine hohe Heizkostennachzahlung ins Haus steht. Hier musst du schnell reagieren können und die benötigte Summe sofort parat haben. Von daher lautet die allgemeine Empfehlung, dass man für kurzfristige Ausgaben etwa das zwei- bis dreifache vom Nettoeinkommen ansparen und unmittelbar verfügbar haben sollte. Deswegen macht es auch keinen Sinn, dieses Geld auf ein Sparkonto zu legen – du musst im Zweifel schließlich schnell drankommen.
Warum ein Großteil dieses Geldes trotzdem nicht auf dem Girokonto versauern sollte, erfährst du hier:
#9 Lass dein Erspartes nicht von der Inflation auffressen!
Du denkst, du hast dein Geld sicher auf dem Girokonto geparkt und schützt es damit vor Diebstahl? Leider falsch gedacht, denn die Inflation macht natürlich nicht vor deinen Ersparnissen Halt. Hierzu wieder ein kleines Rechenbeispiel:
Wenn du heute 10.000€ auf dein Girokonto packst, ist es durch die 2% Inflation pro Jahr nach insgesamt 10 Jahren dann nur noch 8.203€ wert. Du hast dann also knapp 1.800€ an Kaufkraft verloren, obwohl die Zahl die gleiche geblieben ist – um dich herum ist nur alles teurer geworden.
Um genau diese Abwärtsspirale zu vermeiden, solltest du von deinem Ersparten also mindestens zwei Drittel, besser drei Viertel auf ein Tagesgeldkonto legen; in unserem Rechenbeispiel wären das also 7.500€. Auf Tagesgeldkonten werden mittlerweile wieder im Schnitt 2% Zinsen vergeben, für Neukunden sogar manchmal etwas mehr. So steuerst du aktiv der Inflation entgegen und sorgst dafür, dass dein sauer verdientes Geld über die Zeit nicht an Wert verliert.
#10 Fang an zu investieren, auch wenn es nur eine kleine Summe ist
Die Zeiten, in denen der Kapitalmarkt nur Aktionären in schicken Anzügen vorbehalten war, sind glücklicherweise vorbei. Seit einigen Jahren sind immer mehr private Kleinanleger auf dem Vormarsch und investieren an der Börse, um ihre spätere Rente mit der Rendite aus Wertpapieren aufzustocken. Aber keine Sorge, dazu muss man kein Spitzenverdiener sein: Bei vielen Anbietern kann man bereits mit 25 Euro im Monat einsteigen und diese zum Beispiel in einen sogenannten ETF, also einen Topf aus verschiedenen Wertpapieren, investieren. Und das kann sich richtig lohnen: Bei einer durchschnittlichen Rendite von 6% im Jahr hast du nach 25 Jahren voraussichtlich satte 17.300€ angespart. Zum Vergleich: Wenn du die 25€ monatlich konventionell auf einem Girokonto ansparst, kommen nach 25 Jahren gerade mal 7.500€ raus – also weniger als die Hälfte (und inklusive Inflations-Minus)! Von daher hab keine Scheu, auch mit kleineren Beträgen auf dem Geldmarkt loszulegen, denn es lohnt sich fast immer.
#11 Check die Gebühren für die jeweilige Geldanlage – sonst könnte es unnütz teuer werden
Der erste Schritt ist geschafft: Du willst investieren. Jetzt stellt sich die nächste Frage: Wo eigentlich? Für viele ist die eigene Hausbank der naheliegendste Weg. Dort kannst du einfach ein Depot eröffnen, bekommst Beratung und hast alles an einem Ort. Das ist bequem – aber je nach Produkt können die Kosten unterschiedlich hoch sein. Manche Fonds werden aktiv von Expert*innen gesteuert und verlangen dafür oft höhere Gebühren. Günstiger sind häufig sogenannte ETFs – das sind Fonds, die einfach einen großen Markt nachbilden und deshalb weniger kosten. Neben Banken gibt es auch digitale Anbieter, die dir automatisch ein passendes Portfolio zusammenstellen und sich um die Aufteilung kümmern. Das läuft weitgehend automatisiert. Wichtig ist vor allem eines: Schau dir die Gebühren genau an. Schon kleine Unterschiede können über viele Jahre mehrere tausend Euro ausmachen.
#12 Steter Tropfen höhlt den Stein: Warum ein konsequenter Sparplan sich auszahlt
Prinzipiell findest du Sparen super, aber jeden Monat eine bestimmte Summe weglegen tut schon allein in der Vorstellung weh? Die beste mentale Entlastung bringt hier tatsächlich ein Sparplan: Einmal eingerichtet, wird dir jeden Monat der gewünschte Betrag automatisch vom Girokonto eingezogen, ohne dass du überhaupt darüber nachdenken musst. Das macht das ganze Vorhaben konsequenter und am Ende auch erfolgreicher, weil du nicht jeden Monat aufs Neue darüber nachdenken musst, ob du das Geld vielleicht doch lieber für etwas anderes verwenden möchtest. Besonders schmerzarm gelingt das Auf-die-hohe-Kante-legen, wenn du den Dauerauftrag gleich für den Beginn des Monats einrichtest. Die meisten von uns sind zu diesem Zeitpunkt deutlich liquider und es fühlt sich weniger danach an, als wenn du dir diese Summe vom Mund absparen musst.
Zum Schluss haben wir noch einen kleinen, aber wichtigen Steuerhack für dich:
#13 Der 5-Minuten-Steuerhack: Richte einen Freistellungsauftrag ein
Wer denkt, dass er oder sie nach Abzug der Gebühren die ganze Rendite seiner Geldanlage für sich behalten kann, liegt leider falsch: In Deutschland werden darauf 25% Kapitalertragssteuer fällig. Das heißt: Von dem gesamten Gewinn-Kuchen, den du binnen eines Jahres erzielt hat, schnappt sich das Finanzamt ein ganzes Viertel weg. Um das zu vermeiden, hast du aber einen guten Hebel an der Hand, indem du einen Freistellungsauftrag einrichtest. Das bedeutet, dass du bis zu 1000€ Gewinn, die du in einem Kalenderjahr erzielst, zu 100% behalten darfst. Erst Einnahmen, die darüber liegen, werden mit 25% versteuert. Gerade zu Beginn deiner Investitions- und Sparreise kann es sehr frustrierend sein, wenn du einen Teil des gesparten Einkommens dem Fiskus überlassen musst. Also denke unbedingt an die Einrichtung des Freistellungsauftrages, da er dir bares Geld sichert!