Collien Fernandes: Vorwürfe und Anzeige gegen Ex-Mann Christian Ulmen
Ex-Frau Collien Fernandes packt aus: Warum der Fall Christian Ulmen eine Debatte über Deepfakes und die Gefahren digitaler Gewalt entfacht.
Die deutsche Medienwelt steht unter Schock: Moderatorin Collien Fernandes erhebt in einem aktuellen Statement vom 19. März 2026, sowie in einem umfassenden Exklusiv-Artikel des Spiegels, schwere Anschuldigungen gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler und Produzenten Christian Ulmen. Was 2025 als private Trennung begann, entwickelte sich nun zu einer Debatte über mutmaßliche Grenzüberschreitungen, die weit in den Bereich der digitalen Kriminalität hineinreichen sollen.
Im Kern der Vorwürfe stehen Behauptungen über gezielte Manipulationen und den Missbrauch privater Aufnahmen. Da es sich um ein laufendes Verfahren und einseitige Anschuldigungen handelt, gilt bis zu einer rechtskräftigen Klärung die Unschuldsvermutung. Dennoch löst der Fall bereits jetzt eine Welle der Bestürzung aus. Wir klären auf.
Triggerwarnung: Die folgende Berichterstattung thematisiert detailliert digitale Gewalt, Identitätsdiebstahl sowie s**ualisierte Gewalt und Verge*****ungsfantasien. Einige der Schilderungen, insbesondere die Beschreibungen von KI-generierten Inhalten und mutmaßlichen körperlichen Übergriffen, können belastend oder retraumatisierend wirken.
Das jahrelange Rätsel um die Fake-Profile
Über ein Jahrzehnt lang befand sich Collien Fernandes in einem Zustand permanenter Verunsicherung. Im Internet tauchten auf professionellen Plattformen wie LinkedIn oder Xing immer wieder Profile auf, die ihren Namen tragen. Diese Accounts wurden genutzt, um Männer zu kontaktieren, um explizite, erotische Aufnahmen zu verschicken. Sie vermutete damals, dass anonyme „Internettrolle“ dahintersteckten – Menschen, die sie aus der Ferne demütigen wollten, wie der Spiegel berichtet. 2024 drehte sie sogar zusammen mit dem ZDF eine Dokumentation namens „Die Jagd nach den Tätern“ und reiste dafür weit umher, um die Unbekannten zu finden.
Die Hartnäckigkeit war beispiellos: Männer meldeten sich sogar bei ihrem Management und berichteten von intensiven Chats und empfangenen Tapes mit Frauen, die Fernandes „zum Verwechseln ähnlich“ sahen. Sie wehrte sich mit Anwält*innen, versuchte Löschungen zu erwirken und erstattete schließlich im November 2024 Strafanzeige gegen „unbekannt“. Zu diesem Zeitpunkt ahnte sie nicht, dass die Antwort viel schrecklicher sein würde, als sie es sich je vorgestellt hatte.
„Ich war das“ – Christian Ulmen gesteht mutmaßlich unter dem Weihnachtsbaum
Der Schock kam am ersten Weihnachtsfeiertag 2024. In einer Hamburger Hotelsuite soll die Welt von Collien Fernandes nach eigenen Aussagen endgültig zerbrochen sein. Laut ihren Schilderungen, die auch vom Spiegel erneut aufgefasst werden, las ihr damaliger Mann, Christian Ulmen, ein Interview, in dem sie über ihre Anzeige gegen die unbekannten Profil-Fälscher*innen sprach. Plötzlich soll die Stimmung gekippt sein. Er soll am ganzen Körper gezittert und gestanden haben: „Ich war das, ich habe das getan.“
Für Collien fühlte sich dieses Geständnis wie eine „Todesnachricht“ an. Der Mensch, dem sie am meisten vertraute, soll laut ihrer Darstellung derjenige gewesen sein, der sie über ein Jahrzehnt lang gedemütigt habe. „Mir wurde über Jahre mein Körper geklaut“, sagt sie rückblickend. Christian Ulmen selbst schweigt zu diesen schweren Vorwürfen.
Erschütternde Vorwürfe: Collien Fernandes bricht ihr Schweigen auf Instagram
Collien Fernandes ging mit einem persönlichen Statement auf Instagram in die Offensive. Die Details, die sie dort teilte, zeichnen ein Bild von unvorstellbarer digitaler Grausamkeit. Laut ihrer Schilderung wurde das „Spiel“ über 10 Jahre lang durchgezogen. Christian Ulmen soll dabei nicht nur Fotos verschickt, sondern sogar eine mit KI generierte Stimme von ihr genutzt haben, um mit Männern am Telefon S*xgespräche zu führen.
Besonders verstörend: Collien berichtet von einer „erotischen Geschichte“, die der Fake-Account an Männer verschickte. Darin wird laut ihrer Darstellung detailliert beschrieben, wie sie von 21 Männern verge****** wird. In der Geschichte soll zudem betont werden, wie sehr sie weine, Schmerzen habe und immer wieder sage, dass sie das nicht wolle. „Die Geschichte endet damit, dass ich nach der Gruppenverge****** noch eine Weile regungslos und verschmiert auf dem Boden liege“, schreibt sie in ihrem Statement.
Eine Welle der Solidarität – Prominente und Politik stehen an ihrer Seite
Nach Colliens mutigem Schritt an die Öffentlichkeit erfährt sie von allen Seiten überwältigenden Zuspruch. Prominente wie Motsi Mabuse, Carolin Kebekus und Ruth Moschner zeigen sich unter ihrem Post erschüttert. Der Tenor ist klar: „Die Scham muss die Seite wechseln.“ Auch politische Stimmen wie die von Kevin Kühnert drücken ihr Respekt aus: „Hochachtung für den Mut, sich über Jahre hinweg zu wehren und jetzt auch noch diesen großen Schritt zu gehen und das ganze Ausmaß transparent zu machen. Es sind diese Taten, die beweisen, dass der Satz ,Die Scham muss die Seiten wechseln‘ nicht in irgendwelche Sprüchekalender gehört, sondern in unser Bewusstsein.“ Die Kommentare von Kolleg*innen aus der Branche gehen ins Endlose: „Ich denke an dich! Danke für deinen Mut“, schreibt Model Stefanie Giesinger, Frauke Ludowig kommentiert: „Kranker sche***! Das gibt’s doch alles gar nicht! Ich schicke dir und deiner Tochter viel Kraft und bewundere deinen Mut!“ Und auch Malte Zierden lässt sich seinen Zuspruch nicht nehmen: „Volle Solidarität mit dir. So etwas auszuhalten braucht unfassbare Stärke. Es sind immer Männer. Aber ich hoffe, du weisst, hier stehen sehr viele Menschen hinter dir.“
Konsequenzen für die Werbepartner: Shop Apotheke distanziert sich
Der Skandal zieht nun auch wirtschaftliche Kreise. Jahrelang waren Collien Fernandes und Christian Ulmen das prominente Gesicht der Shop Apotheke. In gemeinsamen Werbespots inszenierten sie das Bild des vertrauten Ehepaars. Doch nur wenige Stunden nach dem Spiegel-Bericht zog das Unternehmen die Reißleine: Die Werbung mit beiden Personen wurde mit sofortiger Wirkung ausgesetzt. Man wolle sich zu privaten Angelegenheiten nicht äußern, sehe sich aber aufgrund des „gegebenen Anlasses“ zum Handeln gezwungen, hieß es auf eine Nachfrage von RTL.
Was digitale Gewalt wirklich bedeutet
Wenn wir über den Fall Collien Fernandes sprechen, reden wir über digitale Gewalt. Doch was ist das eigentlich? Viele denken dabei nur an fiese Kommentare oder „Hate Speech“ im Netz. Doch die Realität ist viel düsterer. Digitale Gewalt bedeutet auch, dass Technologie – also Handys, Computer und das Internet – genutzt wird, um Menschen zu kontrollieren, zu demütigen oder sogar im schlimmsten Fall sozial zu vernichten.
Laut einer Studie des Bundeskriminalamts hat bereits jede fünfte Frau in Deutschland digitale Gewalt erlebt. Oft ist sie die direkte Fortsetzung von Gewalt in der echten Welt. Täter nutzt das Internet als Waffe, um das Opfer überallhin zu verfolgen – bis ins eigene Wohnzimmer. Das Perfide daran: Im Netz verbreitete Lügen oder Bilder lassen sich fast nie wieder ganz löschen. Für Betroffene fühlt sich das an wie eine öffentliche Hinrichtung, die niemals aufhört.
Was sind Deepfakes und wie lassen sie sich gesellschaftlich einordnen?
Deepfakes sind das wohl gefährlichste Werkzeug der digitalen Gewalt. Das Wort setzt sich aus „Deep Learning“ (einer Form von Künstlicher Intelligenz) und „Fake“ zusammen. Mit dieser Technik kann jeder – oft mit nur wenigen Klicks – das Gesicht einer Person täuschend echt auf den Körper einer anderen Person montieren. Im Fall von Collien Fernandes wurde diese Technik genutzt, um sie in erotischen Videos zu zeigen, die sie nie gedreht hat. Warum ist das so gefährlich?
- Keine Kontrolle: Man verliert die Macht über das eigene Gesicht und den eigenen Körper.
- Massive Verbreitung: Über 90 % aller Deepfakes im Internet sind unfreiwillige Filme, die fast ausschließlich Frauen betreffen.
- Die KI-Stimme: Mittlerweile können sogar Stimmen einfach geklont werden. Damit können Täter*innen unter falscher Identität telefonieren und so tun, als wären sie das Opfer.
- Deepfakes sind keine „Lappalie“ oder ein „technischer Spielplatz“. Sie sind ein massiver Eingriff in die intimsten Rechte eines Menschen. Da die Technik immer besser wird, ist es für Opfer fast unmöglich zu beweisen, dass sie nicht in dem Video zu sehen sind.
Warum der Prozess in Palma stattfindet
Dass der Rechtsstreit vor einem Gericht auf Mallorca und nicht in Deutschland ausgetragen wird, ist eine bewusste und strategische Entscheidung von Collien Fernandes. Das Ex-Paar lebte zuletzt seit einigen Jahren gemeinsam in einer Villa in einem Vorort von Palma, was zunächst die örtliche Zuständigkeit begründet. Doch vor allem bietet das spanische Rechtssystem einen Schutzraum, den es in Deutschland in dieser Form (noch) nicht gibt. Während digitale Gewalt in Deutschland oft als geringfügiges Delikt wie Beleidigung oder ein einfacher Verstoß gegen den Datenschutz gewertet wird, ist Spanien in diesem Bereich ein weltweiter Vorreiter.
In Spanien gibt es spezialisierte Gerichte, die sogenannten „Juzgados de Violencia sobre la Mujer“, die sich ausschließlich mit Gewalt gegen Frauen befassen. Hier wird digitale Gewalt – wie das Erstellen von Deepfakes oder Identitätsdiebstahl zur sexuellen Demütigung – als schwerwiegender Eingriff in die Freiheit und die körperliche Integrität behandelt. Ein entscheidender Vorteil ist die Schnelligkeit: Während Opfer in Deutschland oft Monate auf Kontaktverbote oder Schutzanordnungen warten, kann die spanische Justiz solche Maßnahmen innerhalb von 24 Stunden erlassen.
Wie ernst die Behörden dort die Vorwürfe nehmen, zeigte sich bereits im Januar 2023: Nach einem Vorfall, der ebenfalls im Spiegel thematisiert wurde, bei dem Collien aus einem Fenster um Hilfe gerufen haben soll, wurde Christian Ulmen umgehend vorläufig festgenommen. In Deutschland wäre ein solches Durchgreifen bei ähnlichen Vorwürfen weitaus seltener.
Laut Spiegel hat Collien Fernandes ihre Aussagen durch eine eidesstattliche Versicherung bekräftigt. Damit würde sie sich strafbar machen, falls sich ihre Angaben als falsch erweisen sollten.
Hilfe bei Deepfakes: Schnell & strukturiert handeln
Wer Opfer von KI-Fälschungen oder Fake-Profilen wird, muss sofort Beweise sichern. Erstelle vollständige Screenshots inklusive URLs, Kontonamen und Zeitstempel, bevor Inhalte gelöscht werden. Nur so ist eine spätere Strafanzeige (auch über die Onlinewache) erfolgversprechend.
Anschließend müssen die Inhalte verschwinden: Nutze die Meldefunktionen von Plattformen wie Instagram oder TikTok. Nach EU-Recht sind diese zur Löschung rechtswidriger Inhalte verpflichtet. Über Google lässt sich zudem ein „De-Indexing“ beantragen, um sensible Bilder aus den Suchergebnissen zu entfernen.
Niemand ist allein: Professionelle Hilfe bieten Organisationen wie HateAid (Beratung bei digitaler Gewalt), Juuuport (für Jugendliche) oder die Initiative „Anna Nackt“. Da KI Manipulationen massiv erleichtert, ist konsequentes Handeln der einzige Weg zum Schutz der eigenen Identität.
Lesetipp: Auch Kinder werden ständig Opfer von Deepfakes und Cyberkriminalität. Diese realen Gefahren haben Smartphones & Co. für Kinder.