Männer erzählen, wie sich für sie die Geburt ihres Kindes angefühlt hat

Das sind wirklich wunderschöne Geschichten!

Männer erzählen, wie sich für sie die Geburt ihres Kindes angefühlt hat
Quelle: Pixabay

Eltern zu werden, ist nicht leicht. Gerade die Frau hat einige Qualen zu durchleben, bis das Baby endlich da ist. Die Geburt eines Kindes ist wahrscheinlich eines der prägendsten Erlebnisse, die eine Frau in ihrem Leben hat. 

Doch wie läuft der ganze Prozess eigentlich für die Väter ab? Wie fühlen sie sich, wenn sie im Kreissaal sind? Wenn sie ihre Frau oder Freundin da so liegen sehen, in Schmerzen durch die Wehen? Und wenn sie ihr Baby das erste Mal im Arm halten?

Dazu wurden drei Männer von bento befragt, die innerhalb der vergangenen zwölf Monate Vater geworden sind. 

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Männer erzählen, wie sich für sie die Geburt ihres Kindes angefühlt hat
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#1 Stefan, 24, Destillateur

Stefan erzählt, dass er nicht wirklich wusste, was er machen sollte, als seine Freundin gegen 5 Uhr morgens ihre Wehen bekam. Er sagt: "Für mich war das eine komplett neue Erfahrung, ich war überfordert." Als sie im Krankenhaus ankamen, schickte man das Paar erst noch mal nach Hause. Am späten Nachmittag ging es dann richtig los. Er sagt, dass es im Kreissaal wohl extrem heiß gewesen sei und seine Aufregung natürlich auch dazu beigetragen hat. 

"Ich hätte fünfmal das T-Shirt wechseln können und wäre immer noch nassgeschwitzt gewesen", erzählt er. 

Als dann die Presswehen begannen, folgte er den Anweisungen seiner Freundin, er massierte ihren Rücken und redete ihr gut zu. Er erzählt, dass man sich als Mann etwas blöd fühlt, dort im Kreissaal zu stehen, da man nicht genau weiß, was man machen darf und soll. 

Dann die Komplikationen: Das Kind hing fest, Stefans Freundin durchlitt Höllenschmerzen. 

Er sagt: "Es war schlimm, sie mit schmerzverzerrtem Gesicht vor mir liegen zu sehen und nicht wirklich helfen zu können. Ich fühlte mich so machtlos. Umso mehr beeindruckte mich meine Freundin. Sie hat unglaublich viel geleistet – bis Paul endlich da war."

Das Problem bei der Geburt war, dass sich die Nabelschnur zweimal um den Hals des kleinen Jungen gelegt hat und er dadurch nur sehr flach atmen konnte. Die Ärztin musste ihn sofort in einen anderen Raum mitnehmen, um ihn künstlich beatmen zu können. Er schildert seine Gefühle folgendermaßen: "Es war der Horror: Mein Sohn wurde gerade geboren, aber ich konnte mich nicht richtig freuen. Wir wussten nicht genau, was los war, und bekamen keine Antworten."

Nach 20 quälend langen Minuten durfte das Pärchen dann zu ihrem Neugeborenen. Er atmete wieder normal. Und erst als der kleine Paul in Stefans Armen lag, konnte Stefan so richtig aufatmen und sich freuen!

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#2 Andreas, 34, Sportredakteur

Die Geburt seines Sohnes Valentin dauerte 23 Stunden.

Als seine Frau schon neun Tage über dem errechneten Termin drüber war, fuhr das Paar ins Krankenhaus. Um 2 Uhr nachts wurde dann die Geburt eingeleitet. Stefan erzählt, dass der Kreissaal riesig war und die Angehörigen auf einer kleinen Couch Platz nehmen konnten. Der Gebärstuhl schien ihm überdimensional groß. 

Er sagt: "In den ersten Stunden waren ihre Wehen noch schwach, im Laufe des Tages wurden sie dann immer stärker. Je schlimmer die Schmerzen wurden, desto weniger konnten wir kommunizieren."

Eine 23-Stunden-Geburt kann keine Hebamme alleine stemmen. Insgesamt wurden sie also von drei verschiedenen Hebammen betreut, wobei die Zweite wohl ziemlich schlimm gewesen sei. Sie war unfreundlich und grob zu Andreas' Frau. Er sagt: "Zum Glück war ihre Schicht vorbei, bevor es richtig losging."

Als die Schmerzen der Wehen nicht mehr auszuhalten waren, verabreichte der Arzt ihr eine Peridualanasthäsie, wobei er drei- oder viermal nachspritzen musste. 

"Zu sehen, wie meine Frau leidet, war schwer."

Er erzählt von den Sorgen, die er sich sowohl um seine Frau, als auch um seinen Sohn machte. Der kleine Valentin lag nicht richtig im Geurtskanal und musste vom Arzt mit einer Saugglocke herausgeholt werden. 

Auch ihm ging es ähnlich wie Stefan: Erst als Valentin in seinen Armen lag, war er einfach nur noch glücklich und erleichtert. Und natürlich sehr müde. 

Die letzte Geschichte dreht sich um Aaron. 

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#3 Aaron, 27, studiert Maschinenbau

Aaron erzählt, dass das Erste, was er gemacht hat, als er in den Kreissaal kam, war, die Musik anzumachen. Er meint außerdem, dass der Raum für Krankenhausverhältnisse eher gemütlich war. Er schoss ein paar Fotos zur Erinnerung und versuchte, seine Freundin etwas abzulenken. Seine Handlungen waren nach eigener Aussage eher intuitiv. 

Er sagt, sobald seine Freundin eine Wehe bekam und den Bauch anspannte, spannte er seinen mit an und sobald sie schrie, schrie er auch. 

"Ich dachte mir: Ist ja blöd, wenn sie allein rumschreit."

Trotz all der Bemühungen kam er an seine Grenzen. Er wollte seiner Freundin diese Schmerzen nehmen, doch das geht ja nicht. 

Abends ging es dann kaum voran und seine Freundin bekam Schmerzmittel, durch die sie einschlief. Und auch Aaron schlief ein. Er sagt: "Im Nachhinein ist das schon komisch: Inmitten der Geburt unseres Sohnes haben wir zwei Stunden gepennt."

Als sie dann wieder wach wurden, ging wohl alles sehr schnell. Aaron wundert sich darüber, wie klein Neugeborene sind und freut sich, dass er die Nabelschnur durchschneiden durfte. 

Den Moment, als er seinen kleinen Arno dann im Arm halten durfte, beschreibt er als ganz besonders: "Ich habe Arno ja nicht neun Monate lang im Bauch getragen wie meine Freundin. Für mich wurde er erst in diesem Moment real."

Ja, auch für Männer ist die Geburt des eigenen Kindes kein Zuckerschlecken. Sie sehen ihre große Liebe leiden und wollen irgendwie helfen und haben natürlich auch Sorge, dass irgendwas passieren könnte. Und wenn sie das Kind dann letztlich im Arm halten, ist es immer ein besonderer und freudiger Moment.