Christiana Block vor Gericht: Alles über den Prozess und die Entführung der Block-Kinder

Christina Block steht 2025 vor Gericht. Sie soll die Entführung ihrer eigenen Kinder in Auftrag gegeben haben. Wir informieren über den Prozess.

Christina Block, die Tochter des Block-House-Gründers Eugen Block, steht seit dem 11. Juli 2025 vor Gericht.
Quelle: IMAGO / BREUEL-BILD

Christina Block, die Tochter des Block-House-Gründers Eugen Block, steht seit dem 11. Juli 2025 vor Gericht. In dem Prozess geht es um die Entführung ihrer eigenen Kinder. 

Was wird ihr genau vorgeworfen?

Die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg hatte im April 2025 Anklage beim Landgericht Hamburg gegen Christina Block, ihren Lebensgefährten Gerhard Delling und fünf weitere Personen erhoben. Ihnen wird schwere Entziehung Minderjähriger, gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung sowie schwere Misshandlung von Schutzbefohlenen Anklage vorgeworfen.

Das bedeutet: Block soll, mit Dellings Unterstützung, bei einer Gruppe israelischer Ex-Soldat*innen in Auftrag gegeben haben, zwei ihrer Kinder zu entführen. Diese Kinder leben bei ihrem Vater in Dänemark und wurden nachweislich von einer Gruppe ihnen fremder Menschen in der Silvesternacht von 2023 entführt. Der Vater der Kinder wurde bei dem Überfall niedergeschlagen und die Kinder nach Deutschland gebracht.

Christina Block bestreitet die Tat. Bis zum Urteilsspruch gilt die Unschuldsvermutung.

Die Ehe und das Ende von Christina Block und Stephan Hensel 

Christina Block und ihr Ex-Mann Stephan Hensel haben vier gemeinsame Kinder.
Quelle: IMAGO / Eventpress

Christina Block und Stephan Hensel heiraten 2005. Zwischen 2006 und 2013 bekamen sie vier Kinder, drei Töchter und einen Sohn und lebten gemeinsam in Hamburg. Hensel arbeitete bis 2009 im Unternehmen von Eugen Block, Christina Blocks Vater. 2014 trennte sich das Paar. Hensel wohnte nach der Trennung von Christina Block im dänischen Gråsten. Das Paar ließ sich 2018 scheiden. Alle vier Kinder lebten zunächst bei Christina Block und besuchten ihren Vater regelmäßig. Die älteste Tochter des Paares zog nach ihrem 15. Geburtstag im Streit mit der Mutter 2021 zum Vater (sie ist Stand 2026 volljährig). 

Wegen der beiden jüngsten Kinder gab es Auseinandersetzungen wegen der elterlichen Sorge. Denn nach einem Umgangswochenende beim Vater im August 2021 brachte der Vater die beiden Kinder nicht zur Mutter zurück. Nach Aussage des Vaters berichteten die Kinder davon, von der Mutter körperlich bestraft worden zu sein. Daraufhin entbrannte ein Streit um die Frage, welches Elternteil das das Recht zur Bestimmung des Aufenthalts der Kinder habe.

Streit um das Aufenhaltsbestimmungsrecht

Seit 2021 ist Christina Block außerdem offiziell in einer Beziehung mit dem ehemaligen Fernsehmoderator Gerhard Delling.
Quelle: IMAGO / Stephan Wallocha

Im familienrechtlichen Verfahren um die Kinder von Christina Block und Stephan Hensel kam es 2021 zu mehreren Entscheidungen. Zunächst sprach das Amtsgericht Hamburg Hensel das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu. Block legte dagegen Beschwerde beim Hanseatischen Oberlandesgericht ein und bekam im Oktober 2021 vorläufig das alleinige Recht zur Bestimmung des Aufenthalts zugesprochen. Gleichzeitig wurde die Herausgabe der Kinder angeordnet. Seit 2021 ist Christina Block außerdem offiziell in einer Beziehung mit dem ehemaligen Fernsehmoderator Gerhard Delling.

2022 wandte sich Block an das Bezirksgericht Sønderborg in Dänemark und beantragte nach dem dänischen Kindesentführungsgesetz die Rückführung der gemeinsamen Kinder. Das Gericht behielt sich eine eigene Prüfung vor. Hintergrund: Dänemark ist als einziger EU-Mitgliedstaat den Brüssel-IIa- beziehungsweise IIb-Verordnungen nicht beigetreten, nach denen Sorgerechtsentscheidungen innerhalb der EU grundsätzlich automatisch anerkannt und vollstreckt werden.

Im Februar 2022 entschied das dänische Gericht, dass die Kinder nicht gegen ihren Willen zurückgeführt werden könnten. Laut Ausgangstext hatten beide Kinder gegenüber verschiedenen Fachbeteiligten* wiederholt angegeben, beim Vater in Dänemark leben zu wollen. Am 21. Februar 2022 bestätigte der Vestre Landsret in Viborg die Entscheidung gegen Vollstreckungsmaßnahmen.

Der Fall Block: Was geschah in der Silvesternach 2023?

In der Silvesternacht 2023 wurde Stephan Hensel in Dänemark angegriffen und seine Kinder entführt.
Quelle: IMAGO / dts Nachrichtenagentur

Bereits vor dem Vorfall fürchte Hensel die Entführung seiner Kindheit, nachdem Christina Block und ihre Familie immer wieder versucht hatten, Kontakt vor Ort aufzunehmen. Die dänische Polizei stattete die Kinder daher mit Notfallknöpfen aus. Diese trugen sie jederzeit bei sich und konnten die Polizei im Notfall damit benachrichtigen.

In der Silvesternacht 2023/2024 wurde Stephan Hensel in Dänemark, wo sich der damals 10 Jahre alte Sohn und die 13 Jahre alten Tochter in seiner Obhut befanden, von mehreren maskierten Tätern angegriffen. Hensel wurde von zwei Personen durch Schläge und Tritte verletzt und ging zu Boden. Die dänische Polizei konnte nicht mehr rechtzeitig eingreifen, obwohl eines der Kinder den Sender im Notfallknopf aktiviert hatte. Die Kinder mussten die Grenze zu Fuß durch einen Wald durchqueren. Als vermutlich Polizeibeamte mit Hunden und Taschenlampen in der Nähe erschienen, riefen die Kinder um Hilfe. Die Täter verklebten ihre Münder mit Klebeband und drohten ihnen mit dem Tod, wenn sie nicht ruhig seien. Die Ereignisse wurden von den Aufnahmegeräten in den Notfallsendern mitgeschnitten und konnten deshalb genau nachvollzogen werden.

Die sechs Männer fuhren mit dem Jungen und dem Mädchen in einem für diesen Zweck angeschafften Wohnmobil 800 km nach Baden-Württemberg, um sie an Christina Block zu übergeben. Die Entführer fuhren die Mutter mit ihren Kindern am 2. Januar 2024 bis zur Landesgrenze zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein. Eine Verwandte fuhr die Mutter und die Kinder dann weiter nach Hamburg. Gegen Block wurde am 4. Januar 2024 seitens der dänischen Strafverfolgungsbehörden ein europäischer Haftbefehl erlassen.

Was sagt die entführte Tochter von Christina Block?

Die Kinder von Christina Block wurden nachts in Dänemark entführt.
Quelle: IMAGO / Eyepix Group

Die damals 13-jährige Tochter von Christina Block hat Ende September 2026 erstmals öffentlich über die mutmaßliche Entführung in der Silvesternacht 2023 gesprochen. Im Podcast „House of Block“ beschreibt sie, was im dänischen Gråsten passiert sein soll. Die Schülerin schildert, am Hafen seien mehrere schwarz gekleidete und vermummte Personen aufgetaucht. Ihr Vater Stephan Hensel sei niedergeschlagen worden, anschließend seien sie und ihr jüngerer Bruder gewaltsam in ein Auto gezerrt worden.

„Ich habe die ganze Zeit geschrien. Auf Dänisch, auf Englisch, auf Deutsch“, sagt die Tochter von Christina Block. Besonders die Schreie ihres Vaters hätten sich eingebrannt: „Ich habe ihn noch nie so schreien gehört, es war fürchterlich.“ Im Fluchtwagen habe sie auf ihrem Bruder gelegen und versucht, ihn zu entlasten, weil er keine Luft bekommen habe. Dieser habe mehrfach einen Alarmknopf gedrückt, der mit der Polizei verbunden gewesen sei. Als das Mädchen sich bewegte, soll es mit „Sei jetzt leise“ angebrüllt worden sein. Unter Tränen erzählt sie: „Ich habe gar nicht an mich selbst gedacht zu diesem Zeitpunkt. Am wichtigsten waren für mich [mein Bruder] und Papa.“

Sorgerechtsstreit Block: Dänische Gerichte bestätigen endgültig den Lebensmittelpunkt der Kinder

Christina Block hat 2024 das Sorgenrecht für ihre zwei jüngsten Kinder verloren.
Quelle: 09.08.2025

Am 5. Januar 2024 entschied das Oberlandesgericht Hamburg zugunsten des Vaters. Die Kinder wurden noch am selben Tag durch Anwält*innen nach Dänemark zurückgebracht. Im Februar 2024 erklärten deutsche Gerichte ihre Zuständigkeit für beendet, da die Kinder ihren „inzwischen verfestigten Lebensmittelpunkt“ in Dänemark hätten. Im Mai 2025 erhielt Hensel in Sonderburg die alleinige elterliche Sorge; im Januar 2026 wurde eine weitere Berufung abgelehnt.

Im Gericht: Was sagt Christina Block zu den Vorwürfen?

Vor Gericht haben Christina Blocks Anwält*innen eine Beteiligung ihrer Mandantin bestritten.
Quelle: IMAGO / BREUEL-BILD

Vor Gericht haben Christina Blocks Anwält*innen eine Beteiligung ihrer Mandantin bestritten. Block habe „zu keinem Zeitpunkt dritten Personen einen Auftrag erteilt, ihre Kinder mit Gewalt aus Dänemark nach Hamburg zu verbringen“.

Anfangs erklärten Blocks Anwält*innen, ihre inzwischen verstorbene Mutter Christa habe die Aktion in Auftrag gegeben. Christina Block und Delling hätten davon nichts gewusst und seien unschuldig. Im Verlauf des Prozesses rückte Block jedoch von dieser Darstellung ab und distanzierte sich von der Verdächtigung ihrer verstorbenen Mutter.