Henna-Tattoos: Farbe, die nicht verblasst

Eine junge Britin erleidet qualvolle Schmerzen und eine Frau ist für immer entstellt. Der Wunsch nach einer vorübergehenden Verzierung des Körpers nimmt andere Wege als erwartet.

Henna-Tattoos: Farbe, die nicht verblasst
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Mithilfe des Naturfarbstoffes Henna können vorübergehende Tattoos auf die Haut gemalt werden. Medizinisch betrachtet handelt es sich bei der ornamentalen Körperbemalung um einen schmerzfreien Eingriff, der auch bei Kindern durchgeführt wird. 

Dennoch liest man immer häufiger in den Medien, dass einige Henna-Tattoos schmerzhafte Nebenwirkungen hervorrufen. So kann sich ein kleines Mädchen nur kurz an ihrem Blumenmuster erfreuen, bevor es sich für immer in ihre Haut einbrennt.

Aber woher kommt der Begriff Henna eigentlich und wieso überschatten negative Neuigkeiten die Internetwelt? 

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Der natürliche Farbton eines Henna-Tattoos ist rotbraun und hat eine Einwirkungszeit von sechs bis acht Stunden. Um jedoch die Haut schneller zu färben, wird häufig ein schwarzer Farbton verwendet, der durch das Haarfärbemittel Para-Phenylendiamin (PPD) zustande kommt. Dieses kann schwere allergische Reaktionen auslösen und zu irreparablen Schäden der Haut führen.

Obwohl bekannt ist, dass die Chemikalie Nebenwirkungen wie Leberschäden hat, ist es auf dem europäischen Markt erlaubt und kann günstig erworben werden. 

Aber was sagen die Ärzte dazu?

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Aus diesem Grund empfehlen Ärzte, die Risiken abzuwägen. Viele Touristen lassen sich zu diesem exotischen Körperschmuck im Urlaub hinreißen, denn in etlichen Ländern - wie Indien oder Tunesien - wird dies günstig angeboten: Neben Federn und geflochtenen Zöpfen sind die Hände mit verschiedenen Mustern geschmückt. Das Ergebnis ist meist nach einer halben Stunde sichtbar, was viel über den PPD-Anteil aussagt.

Auch Dermatologen warnen vor den Inhaltsstoffen der Henna-Farbe, denn diese kann zu allergischen Hautreaktionen mit lebensbedrohlichem Ausgang führen.

Aber wie erreichte das Henna-Tattoo solch ein Maß an Bekanntheit?

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Henna-Bemalungen wurden an ägyptischen Mumien gefunden und erlangten durch Popstars wie Madonna an Bekanntheit. Es handelt sich hierbei um eine Form der Körperkunst, die auf östlicher Kultur basiert. Der Farbstoff wird auf die Haut aufgetragen, um sowohl Schönheit auszudrücken als auch die eheliche Tradition zu wahren.

Für viele Menschen sind Tattoos ein Ausdruck ihrer Identität, die einen bedeutenden Moment in ihrem Leben versinnbildlichen. Für andere wiederum ist es eine Erfahrung, die sie nicht wieder machen wollen.

Denn Henna-Tattoos bergen Gefahren, die nicht unterschätzt werden sollten, wie der folgende Fall beweist.

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Einige Benachrichtigungen in den sozialen Medien erschütterten die Menschen in den letzten Monaten. So auch der Fall der Amerikanerin Ashley Burke, die es für eine gute Idee hielt, sich im Mexiko-Urlaub mit einem spaßigen Henna-Tattoo verzieren zu lassen. Dies erwies sich jedoch als alles andere als spaßig.

Da sie nicht über die Gefahren des gefährlichen PPD-Stoffes informiert war, ließ sie sich den absichtlich falsch geschriebenen Spruch 'No Regrats' auf ihre Brust malen (eigentlich 'no regrets' = 'Keine Reue'). Mit Entsetzen musste sie feststellen, dass das Tattoo auch nach mehreren Tagen nicht verblasst war und sie dieses nur mithilfe eines medizinischen Eingriffes entfernen lassen konnte.

Dennoch geht es noch schmerzlicher...

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So ließ sich eine 20-jährige Britin in Bulgarien ein großflächiges Blumenmuster auf den Unterarm malen. Ihre Freude hielt aber nur zehn Tage an, da sich danach Bläschen auf der Haut bildeten, die ein unangenehmes Jucken hervorriefen. Die Farbe verblasste, aber auf dem Arm bildete sich entzündetes Gewebe. 

Die Ärzte kamen zu der Diagnose, dass die Farbe Verätzungen herbeigeführt hatte, die wohl als dauerhafte Narben bestehen bleiben würden. Aufgrund des erhöhten Risikos einer Blutvergiftung musste sie unverzüglich mit Antibiotika behandelt werden.

Nebenwirkungen der Henna-Bemalungen sollten nicht unterschätzt werden - aus Spaß wird schnell bitterer Ernst.