Deutsche Stars, die sich politisch gegen rechts positionieren

Von Helene Fischer bis Toni Kroos: Diese Promis zeigen Haltung und beziehen eine klare Kante gegen rechts. Für sie geht es in Deutschland nicht so weiter.

Das sind die deutschen Stars, die sich klar gegen rechts positionieren.
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Wer Reichweite hat, hat auch Einfluss – und genau den nutzen gerade immer mehr Promis für eine klare Haltung. Das ist nicht immer gemütlich, bringt oft harte Kritik im Netz ein, setzt aber ein wichtiges Zeichen. Das sind die deutschen Stars, die sich gegen rechts positionieren:

Helene Fischer setzt sich bereits seit 2016 gegen rechts ein.
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#1 Helene Fischer 

Helene Fischer hat sich sowohl 2018 als auch 2024 klar gegen rechts und für gesellschaftlichen Zusammenhalt positioniert. 2018 schrieb sie vor ihren Nachholkonzerten in Berlin auf Facebook: „Wir können und dürfen nicht ausblenden, was zur Zeit in unserem Land passiert, doch wir können zum Glück auch sehen, wie groß der Zusammenhalt gleichzeitig ist – das sollte uns stolz machen“. Dazu ergänzte sie: „Musik als Zeichen der Verbundenheit und immer ist es Liebe, die gewinnt.“ Ihren Post versah sie mit dem Hashtag #wirsindmehr, der durch das Konzert gegen rechts in Chemnitz bekannt geworden war.

In der stern-Ausgabe vom Februar 2024 wurde Fischer erneut deutlich. Dort schrieb sie: „Wir müssen unsere Werte und unsere Demokratie jetzt verteidigen und dürfen das Feld nicht den Antidemokraten überlassen … Tut das Richtige, geht zur Wahl! Für die Demokratie und gegen die Extremisten.“ Damit stellte sich die Sängerin gegen politischen Extremismus und rief ihre Fans dazu auf, demokratische Werte nicht nur zu unterstützen, sondern aktiv zu verteidigen.

Auch Roland Kaiser positioniert sich klar gegen rechts.
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#2 Roland Kaiser 

Auch Roland Kaiser positioniert sich klar gegen rechts – und äußert sich auch zum Gendern. In einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung sagt er: „Es gibt eben nicht nur Mann und Frau. Punkt. Menschen sind offensichtlich vielschichtiger und haben entsprechend vielschichtige Gefühle und Bedürfnisse – und die müssen wir zulassen. Auch sprachlich.“

Entscheidend sei für ihn der Respekt vor anderen Lebensentwürfen: „Ich war immer überzeugt, dass die Freiheit eines Menschen erst dort endet, wo die Freiheit eines anderen beginnt. Warum sollte es mich eigentlich stören, wenn sich jemand als dieses oder jenes identifiziert? Ist mir doch egal. Jeder Jeck ist anders. Ende des Berichts“.

Auch politisch bleibt Kaiser deutlich. In der Vergangenheit stellte er sich mehrfach gegen rechte Demos und die AfD, besonders in Dresden. Dazu sagte er: „Ich hatte das Gefühl, dass man das Bild, das eine laute Minderheit geprägt hat, korrigieren muss. Zugunsten der schweigenden Mehrheit.“

Udo Lindenberg positioniert sich gegen rechte Politik im In- und Ausland.
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#3 Udo Lindenberg 

Vor allem Anfang April 2025 zeigt sich Udo Lindenberg im stern ungewöhnlich nachdenklich. Der 80-jährige Rockmusiker und Maler, seit Jahrzehnten politisch laut und pazifistisch geprägt, blickt mit Sorge auf Ukraine-Krieg, Donald Trumps zweite Amtszeit und die Debatte über deutsche Aufrüstung.

In den Achtzigern sei man noch „gegen die ganzen Scheißraketen“ auf die Straße gegangen. Die Lage wirke für ihn anders: „In dieser verirrten Schwachmaten-Welt stellt man sich plötzlich die bange Frage: Müssen wir umdenken? Brauchen wir jetzt doch 'n starkes Militär?“ Diese Frage tue seiner „Pazifistenseele sehr weh“.

Auch Trump attackiert Lindenberg scharf. Dessen Dekrete nennt er „üble Ausscheidungen von irgendeiner geistigen Seuche. Derbe abtörnend, das ganze Ding.“ Aufgeben will er trotzdem nicht: „Wir dürfen doch die nächste Generation nicht hängen lassen.“

Klare Kante zeigt der Musiker auch gegenüber rechten Konzertbesucher*innen. Bei „erklärten Nazis“ gebe es „nix zu reden“. Bei anderen müsse man versuchen, sie „auch mit guten Songs und smarten Texten“ wieder zu erreichen.

Hape Kerkeling stellt sich klar gegen rechts.
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#4 Hape Kerkeling 

Mitte Juni 2026 sprach Hape Kerkeling im Podcast zum CSD in Leipzig über Hass im Netz, queere Rechte und seine Haltung gegen rechts. Der 61-jährige Komiker und Autor sagte: „Theoretisch wurde ich im Netz schon gelyncht für all das, was ich gesagt habe“. Besonders seit er sich offen gegen rechts positioniere, bekomme er heftige Reaktionen. Sein Eindruck: „Da tobt wirklich ein Stellvertreterbürgerkrieg, den wir Gott sei Dank auf den Straßen noch nicht ausfechten.“

Kerkeling war 2026 Botschafter des CSD in Leipzig und im brandenburgischen Golßen. Für ihn ist der CSD nicht nur Party, sondern auch Kampf um Bürgerrechte. „Wir müssen deutlich sagen – alle miteinander, die Mehrheitsgesellschaft – dass wir Vielfalt wollen.“ Außerdem spricht er sich dafür aus, die Rechte queerer Menschen stärker im Grundgesetz zu verankern.

Über die Online-Petition „Hape Kerkeling als Bundespräsident“ sagt er überraschend: „Ja, das traue ich mir zu.“ Bei den CSD-Terminen in Golßen am 20. Juni und Leipzig am 18. Juli war er aus Zeitgründen nicht dabei.

Ende August 2026 stellt sich der Frontsänger der „Toten Hosen“ gezielt gegen rechts und die AfD.
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#5 Campino / Die Toten Hosen

Bei Konzerten der „Toten Hosen“ Ende August 2026 wurde es politisch deutlich. Frontmann Campino sprach über den Rechtsruck in Deutschland und griff die AfD scharf an. Zwar versammle die Partei in Ostdeutschland viele Menschen hinter sich, so der Sänger. Entscheidend sei für ihn aber die Mehrheit dagegen: „Aber 60 Prozent wollen sie [Menschen in Sachsen-Anhalt] verdammt noch mal nicht.“

Dann zog Campino den historischen Vergleich: Wer heute AfD wähle, unterstütze eine neofaschistische Partei. „Und wer das jetzt tut, der hätte Anfang der 1930er-Jahre wahrscheinlich die NSDAP gewählt.“ Falls diese Entwicklung „fürchterlich vor die Wand gefahren wird“, wolle er später kein Jammern hören.

Kritik, die Band habe als erfolgreiche Millionäre den Bezug zur Realität verloren, wies Campino ebenfalls zurück: „Unsere Kernaussagen, gerade in Sachen Politik, haben wir schon erzählt, als wir noch in besetzten Häusern gespielt haben.“ Solche Diskreditierungsversuche interessierten ihn „einen Scheißdreck“.

Florian David Fitz positioniert sich gegen Rechts.
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#6 Florian David Fitz

2024 spricht auch Florian David Fitz im RND-Interview über Rechtsextremismus, gesellschaftliche Überforderung und seine Netflix-Serie „Das Signal“. Der 51-jährige Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur sieht in der Serie auch einen politischen Kern: „Die Geschichte ist ein Kreis“, sagt seine Figur darin.

Mit Blick auf erstarkende Rechte fragt Fitz, „ob wir einfach nichts aus der Geschichte lernen“. Besonders beunruhigt ihn, wie schnell demokratische Grundwerte unter Druck geraten können. Nach seinem Aufruf im stern gegen Rechtsextremismus sagt er: „Wir müssen uns aber dafür wappnen, unsere Verfassung zu schützen.“

Die großen Demonstrationen gegen rechts wertet Fitz auch als Zeichen der gesellschaftlichen Mitte: „Wir sind übrigens noch da. Es gibt eine große Mitte in diesem Land.“ Zugleich warnt er vor einfachen Antworten: „Viele fordern zurzeit einfache Lösungen.“ Politik sei kein Geschäft, bei dem Bürger*innen etwas bestellen und Politiker*innen liefern müssten.

Auch privat habe sich sein Blick verändert: „Ich bin viel empfindlicher geworden, seitdem ich selbst Kinder habe.“ 

Dieter Hallervorden sorgt im CDU-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt weiter für Diskussionen.
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#7 Dieter Hallervorden

Erst Anfang August 2026 sorgt Dieter Hallervorden im CDU-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt weiter für Diskussionen. Der Komiker unterstützt Ministerpräsident Sven Schulze, grenzt sich im Podcast Sachsen-Anhalt aktuell aber klar von der Bundes-CDU ab: „Es ist doch klar, dass ich für die CDU bundesweit nicht Reklame machen würde.“ Seine Werbung gelte Schulze „als Menschen“, nicht der Partei.

Im Podcast attackiert Hallervorden zudem die AfD. Er verachte deren Kräfte, „weil sie unsere Gesellschaft spalten, Menschen gegeneinander aufhetzen und das Vertrauen in unsere Demokratie einfach untergraben.“ Die mögliche Stärke der Partei in Sachsen-Anhalt habe ihn zu seiner Wahlempfehlung gegen eine AfD-Mehrheit bewegt. Bei einem Wahlsieg der Partei wolle er Sachsen-Anhalt nicht verlassen: „Ich werde da bleiben und werde aktiv weiterkämpfen für Freiheit.“

Michael „Bully“ Herbig positioniert sich öffentlich gegen Rechtsextremismus.
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#8 Michael „Bully“ Herbig 

Michael „Bully“ Herbig gehört zu den vielen Prominenten, die sich ebenfalls öffentlich gegen Rechtsextremismus positionieren. In der Aktion des stern-Magazins zeigt auch er politische Haltung gegen den steigenden Rechtsruck.

Der Regisseur und Comedian richtet den Blick dabei auf die deutsche Geschichte. Er erinnert an die Reichstagswahl im Juli 1932, bei der die NSDAP mehr als 37 Prozent der Stimmen erhielt. Herbig sagt dazu: „Bei den Wahlen im Juli 1932 gaben mehr als 37 Prozent der Bevölkerung in freien Wahlen ihre Stimme der NSDAP. Ich habe mich immer gefragt, wie so eine Sch***ße passieren konnte.“

Ruth Moschner positioniert sich auf Instagram klar gegen die AfD.
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#9 Ruth Moschner

Ende August 2026 positioniert sich Ruth Moschner auf Instagram klar gegen die AfD. Die Moderatorin und Schauspielerin richtet sich besonders an finanziell gut gestellte Menschen – und dreht die übliche Argumentation bewusst um: „Wenn du Menschen wie mich ärgern möchtest – wähl nicht die AfD!“

Moschner schreibt, mehrere AfD-Forderungen könnten ihr persönlich Geld sparen. Bei Steuersenkungen für Besserverdienende rechnet sie vor: „Ich würde dadurch mindestens 20.000 Euro pro Jahr weniger Steuern zahlen.“ Auch bei Immobilien, Energiepolitik und privater Altersvorsorge sieht sie Vorteile für sich. Ihr bitterer Kommentar dazu: „Die AfD liebt Menschen wie mich!“

Gerade deshalb warnt sie davor, Politik nur nach dem eigenen Kontostand zu bewerten. Der Beitrag bekommt zusätzliche Schwere durch Moschners Familiengeschichte. Über ihre jüdischen Wurzeln schrieb sie früher: „In meiner Familie war die jüdische Abstammung ein absolutes Tabu“. Die Erinnerung an Verfolgung und Flucht mache sie sensibel: „Das Bewusstsein über die vielen Verluste meiner Familie in den Konzentrationslagern, die Reise auf überfüllten Schiffen nach Haifa und die Migration in andere Länder machen mich natürlich sensibel für solche Themen“.

Lesetipp: Raum für Debatten: Klima, Krisen, politische Haltung & Co.