Royale Skandale aus den Königshäusern
Royale Königshäusern begeistern uns mit Prunk und Pomp, doch ihre Skandale erschüttern uns immer häufiger: Ist die Monarchie noch zeitgemäß?
Die royalen Familien auf der ganzen Welt stehen für Macht, Geschichte, Glanz und Gloria. Doch nachdem ihr Machteinfluss in die Politik immer mehr sank, stieg das öffentliche Interesse an den einzelnen Personen in den königlichen Familien deutlich an. Liebesgeschichten, Familienbünde und Kinder sind besonders ein gerngesehenes Thema in der Klatschpresse und wenn es um die Royals geht, fiebern wir gleich noch mehr mit. Doch auch mit negativen Geschichten kommen die Königlichen in die Schlagzeilen. Wir haben die größten Skandale zusammengetragen.
#1 Ex-Prinz Andrew
Ex-Prinz Andrew Mountbatten-Windsor geriet über Jahre in einen der größten Royalskandale der jüngeren Zeit durch seine Verbindungen zum verurteilten US-Sexstraftäter Jeffrey Epstein. Die beiden kannten sich seit den späten 1990er-Jahren, und Andrew besuchte mehrfach Epsteins Umgebung; Fotos und Flugprotokolle zeigen Begegnungen und Reisen gemeinsam mit Epsteins Kreis, darunter Ghislaine Maxwell. In einer viel kritisierten BBC-Interviewausgabe 2019 versuchte Andrew, seine Beziehung zu erklären und bestritt sexuelle Kontakte mit einer seiner Anklägerinnen. Nach massiver öffentlicher Kritik legte er royale Aufgaben nieder, verlor 2025 seine Titel und Privilegien und wurde Anfang 2026 wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch infolge seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter festgenommen, da ihm vorgeworfen wird, vertrauliche Informationen an Epstein weitergegeben zu haben.
#2 Mette-Marit von Norwegen
Bevor Mette-Marit Tjessem Høiby 2001 Kronprinz Haakon von Norwegen heiratete, gab es intensive öffentliche Diskussionen. Hauptthema war ihre Vergangenheit: Sie war alleinerziehende Mutter eines Sohnes aus einer früheren Beziehung mit Morten Borg, der wegen Drogendelikten verurteilt worden war. Zudem wurde berichtet, dass sie sich in Jugendjahren in einem Umfeld mit Drogenkonsum und Partys bewegte. Kritiker*innen zweifelten, ob sie damit der Rolle einer künftigen Kronprinzessin entspreche. Auch ihre bürgerliche Herkunft ohne adeligen Hintergrund wurde debattiert. Die norwegische Monarchie stand unter Druck, da Umfragen zeitweise sinkende Zustimmung zeigten. In einer vielbeachteten Pressekonferenz räumte Mette-Marit Fehler ein und zeigte Reue. Ihre Offenheit und Unterstützung durch die Königsfamilie trugen wesentlich dazu bei, die öffentliche Meinung zu beruhigen.
Mette Marit in den Epstein-Files
Die Kronprinzessin von Norwegen, Mette-Marit, steht seit Anfang 2026 erheblich in der Kritik wegen ihrer früheren Kontakte zum verurteilten US-Sexstraftäter Jeffrey Epstein. Neue, im Rahmen der Epstein Files veröffentlichte Unterlagen zeigen, dass sie zwischen 2011 und 2014 vielfach mit Epstein kommunizierte und sich mehrmals persönlich traf, darunter auch ein mehrtägiger Aufenthalt in seiner Villa in Palm Beach. Ihr Name taucht in den Akten tausendfach auf. Mette-Marit entschuldigte sich öffentlich (die Stellungnahme ist im Bild oben zu sehen) für ihr „schlechtes Urteilsvermögen“ und betonte, sie habe Epsteins Verbrechen nicht erkannt und wünsche, den Schaden wiedergutzumachen. Diese Enthüllungen haben Debatten über ihr Urteilsvermögen und das Ansehen der norwegischen Monarchie ausgelöst.
#3 König Carl XVI. Gustaf von Schweden
König Carl XVI. Gustaf von Schweden geriet 2010 in eine öffentliche Kontroverse, nachdem in einer Biografie mit dem Titel „Der widerwillige Monarch“ Vorwürfe über frühere Besuche in Stripclubs und ein ausschweifendes Nachtleben in den 1990er-Jahren erhoben wurden. In Schweden ist jegliche Form der Prostitution seit 1999 verboten. Das Buch stützte sich auf Aussagen von Bekannten aus seinem Umfeld und behauptete, es habe Versuche gegeben, kompromittierende Fotos zurückzukaufen. Der Palast wies die Anschuldigungen zurück und erklärte, man kommentiere Gerüchte nicht. Der König selbst äußerte sich ungewöhnlich offen und sagte, man solle „nach vorne schauen“. Konkrete Beweise wurden nie öffentlich vorgelegt. Dennoch lösten die Enthüllungen eine Debatte über Transparenz, Moralvorstellungen und die Rolle der Monarchie in Schweden aus,
#4 Prinz Charles
Ein skurriler Skandal, der als „Camillagate“ oder „Tampongate“ in die britische Royals-Geschichte einging, betraf König Charles III. und Camilla Parker Bowles. Ende 1989 führten sie – beide damals verheiratet, er mit Prinzessin Diana – ein privates, sehr intimes Telefonat, das offenbar von einem Funkamateur aufgezeichnet wurde. Die sechsminütige Unterhaltung wurde 1993 von der Boulevardpresse veröffentlicht und zeigte Charles’ deutliche Zuneigung zu Camilla, inklusive einer berühmten, ungewöhnlichen Bemerkung, er wolle „als Tampon wiedergeboren“ werden, um ihr nahe zu sein. Die Veröffentlichung löste heftige Medienreaktionen aus, bestätigte lange Gerüchte über ihre langjährige Affäre und belastete Charles’ öffentliche Reputation stark, da sie zeitlich eng mit seiner Trennung von Diana zusammenfiel.
#5 Prinzessin Mako von Japan
In Japan sorgte die Hochzeit von Prinzessin Mako, einer Nichte von Kaiser Naruhito, 2021 für eine landesweite Debatte. Sie heiratete ihren langjährigen Partner Kei Komuro, einen Bürgerlichen, und verlor dadurch gemäß dem kaiserlichen Hausgesetz ihren Adelstitel. Die Beziehung stand jahrelang unter öffentlichem Druck, nachdem Berichte über einen Finanzstreit in Komuros Familie bekannt wurden. Medien und Öffentlichkeit diskutierten intensiv über Transparenz, Moral und die Zukunft der Monarchie. Wegen der Kontroversen wurde die ursprünglich geplante feierliche Zeremonie stark reduziert; Mako verzichtete zudem auf die übliche staatliche Mitgiftzahlung. Nach der standesamtlichen Trauung zog das Paar in die USA. Der Fall löste eine Grundsatzdebatte über Geschlechterrollen, Traditionen und Reformbedarf im japanischen Kaiserhaus aus.
#6 Prinz Harry
Prinz Harry sorgte mehrfach für Kontroversen, die sein öffentliches Image prägten. 2005 erschien er auf einer Kostümparty in einer Nazi-Uniform, was international Empörung auslöste; er entschuldigte sich öffentlich für den „Fehler“. 2012 veröffentlichten US-Medien Nacktfotos aus Las Vegas, die während einer privaten Party entstanden waren und eine Debatte über Privatsphäre und Verantwortung auslösten. Den größten Einschnitt markierte jedoch 2020 der sogenannte „Megxit“: Gemeinsam mit Herzogin Meghan zog sich Harry von seinen royalen Pflichten zurück und übersiedelte in die USA. Interviews, insbesondere mit Oprah Winfrey, verschärften die Spannungen mit der königlichen Familie.
#7 Juan Carlos I. von Spanien
Der frühere spanische König Juan Carlos I. war in mehrere Kontroversen verwickelt, die seinem Ansehen stark schadeten. Bereits 1956 kam sein jüngerer Bruder Alfonso bei einem Schusswaffenunfall ums Leben; Juan Carlos war anwesend, die genauen Umstände blieben jedoch nie vollständig geklärt. Jahrzehnte später geriet er erneut in Kritik wegen einer langjährigen Affäre mit der Unternehmerin Corinna zu Sayn-Wittgenstein, die Fragen zu finanziellen Verbindungen aufwarf. 2012 löste zudem eine luxuriöse Elefantenjagd in Botswana während der spanischen Wirtschaftskrise Empörung aus, nachdem der König sich dort verletzte. Das Bild eines volksnahen Monarchen erlitt erheblichen Schaden. Die Affären und Ermittlungen zu mutmaßlichen Finanzunregelmäßigkeiten führten schließlich 2014 zu seiner Abdankung und später zu seinem Wegzug ins Ausland.
#8 König Willem-Alexander der Niederlande
Kritik am niederländischen Königshaus entflammte, als König Willem-Alexander 2020 mitten in der Corona-Pandemie mit seiner Familie trotz strenger Reisebeschränkungen nach Griechenland reiste. Diese Aktion wurde als unpassend empfunden, da sie während einer nationalen Krise passiert war. Der öffentliche Aufschrei führte zu einer schnellen Rückkehr der königlichen Familie in die Niederlande und zu einer offiziellen Entschuldigung. Die Handlung brachte Diskussionen über die Pflichten und Verantwortungen von Royals in Krisenzeiten auf und hob die Erwartungen hervor, denen sie unter den Augen der Öffentlichkeit gerecht werden müssen. Solche Ereignisse werfen stets Fragen zur Glaubwürdigkeit und Verankerung der Monarchien im modernen Gesellschaftsbild auf.
#9 Der Skandal in Katar
Im Nahen Osten sorgte das Königshaus von Katar für öffentliche Kontroversen, als Berichte über angebliche Menschenrechtsverletzungen im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft 2022 ans Licht kamen. Arbeiter*innen, vor allem Migrant*innen, berichteten von schlechten Arbeitsbedingungen, ausbeuterischen Praktiken und mangelnder Freiheit. Die königliche Familie geriet unter Druck, Reformen einzuleiten und internationale Vorwürfe zu adressieren. Diese Vorfälle führten zu einer intensiven Überprüfung ihrer Rolle und Ethik im internationalen Kontext. Die Debatte wurde ein Prüfstein für die Herausforderungen, denen Königshäuser weltweit gegenüberstehen, wenn Traditionen mit der modernen globalen Ethik kollidieren.