Eine Studentin erzählt von ihrem Nebenjob als Escort-Dame

Morgens Uni, abends Escort

Wie läuft ein Escort-Job ab und warum ist er bei Studentinnen so beliebt?
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Als Student hat man ja bekanntlich die verrücktesten Nebenjobs. Ob hinter der Kasse zu sitzen, als Babysitter zu arbeiten oder mit peinlichen Kostümen in der Innenstadt Flyer zu verteilen - wer das Geld braucht, macht fast alles. Aber auch nur fast, sollte man meinen. Dass immer mehr weibliche Studenten den Escort-Job für sich entdecken, überrascht uns trotzdem. Die meisten reden nicht darüber und deshalb bekommen wir es kaum mit. Doch auf den nächsten Seiten erzählen wir von einer Studentin, die morgens in die Uni geht und abends mit fremden Männern schläft. 

Eine Escortdame schläft nicht immer direkt mit einem Mann, oft begleitet sie ihn auf Reisen oder in Restaurants.
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"Freundin auf Zeit"

Damit die Studentin anonym bleibt, nennen wir sie einfach mal Marie. Marie ist 28 Jahre alt und bekommt bis zu 2300 Euro bar, wenn sie ein komplettes Wochenende mit einem Mann verbringt. Escort heißt nicht immer unbedingt, dass sie mit den Männern schlafen muss. Einigen reicht es auch, wenn sie sie auf Reisen oder in schicke Restaurants begleitet. Doch in den meisten Fällen endet der Abend im Bett des fremden Mannes. Ob sie damit eine Grenze überschreitet? Sie findet nein, aber kann verstehen, dass viele ihre Studienkolleginnen das nicht tun würden. 

Auf einer Party erfuhr Marie von dem Job als Escortdame.
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Wie kam es zur Idee, Escort-Dame zu werden?

Natürlich hatte Marie sich früher nie vorgestellt, mal als Escort-Dame zu arbeiten. Doch als sie von ihre Dorf im Norden zum Studium nach Bremen zog, war sie mit dem Studium an sich überfordert und fühlte sich nicht wohl. Sie war ein zurückhaltendes Mädchen, das selten auf Partys ging und sich von ihrer heilen Welt zu Hause verabschieden musste. Eines Tages lernte sie auf einer WG-Party ein Mädchen kennen, die ihr erzählte, dass sie als Escort-Dame arbeitete. Das Mädchen war ähnlich wie sie - schüchtern und zurückhaltend. Da Marie gerade ziemlich pleite war, klang die Idee für sie verlockend. 

Marie war bei ihrem ersten Job sehr aufgeregt, doch ihr Kunde entpuppte sich als netter und freundlicher Mann.
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Der erste Kunde

Marie fand die Idee spannend und ließ sich von dem Mädchen an ihre Agentur vermitteln. Übrigens ist das Mädchen auch bis heute ihre beste und einzige richtige Freundin. 

Schon bald wurde sie von der Agentur kontaktiert und bekam ihren ersten Kunden. Marie war unglaublich aufgeregt und wollte alles richtig machen. Der Mann war Mitte 40, vom Äußeren nicht ihr Typ, aber sympathisch und gepflegt. Tatsächlich sind ein Großteil der Kunden gut verdienende Geschäftsmänner - teilweise auch verheiratet. Marie ging mit ihm zu einem Termin und wurde danach von ihm ins Hotel eingeladen. Der Abend war schön - vor allem, als sie dafür bezahlt wurde. 

Doch wie viel lässt sie sich für die einzelnen Leistungen bezahlen?

Allein für ein Abendessen verlangt Escortdame Marie schon 250 Euro.
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Die Bezahlung

Für ein Abendessen verlangt Marie bereits 250 Euro. Eine ganze Nacht liegen bei 1000 und ein Wochenende bei 2300 Euro. Viele ihrer Kunden buchen sie immer wieder und sie glaubt, dass es an ihrem Studenten-Status liegt. Sie sieht nicht aus, wie die klassische Aufreißerin und zieht die Männer mit ihrem süßen Mädchen-Image wohl an. 

Ihrer Familie und Freunden erzählt sie nichts von ihrem Job und hält die Lüge, dass sie kellnert aufrecht. Trotzdem geht es ihr finanziell natürlich sehr gut. Mittlerweile macht sie den Job seit sieben Jahren und es fällt ihr sichtlich schwer, bald, wenn sie fertig studiert hat, darauf zu verzichten.