Bluttest für Schwangere: Verleitet er zur Abtreibung?

Für Abtreibungs-Gegner scheint die Frage schon beantwortet

Bluttest für Schwangere: Verleitet er zur Abtreibung?

Neben der Frage, ob Ärzte auf ihren Webseiten über Abtreibungen informieren dürfen oder das Ganze als unrechtmäßige Werbung zu verstehen ist, hat auch ein weiterer Streitpunkt die Diskussion um das prekäre Thema 'Schwangerschaftsabbruch' entfacht: Aktuell berät der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen, ob ein Bluttest in der Schwangerschaft bald zu den gesetzlichen Leistungen der Krankenkassen zählen soll. Vermeintlicher Haken an der Sache: Abtreibungsgegner fürchten, dass ein solcher Test, der zur Früherkennung von Trisomien wie beispielsweise dem Down-Syndrom dient, zu deutlich mehr Abtreibungen führen könnte.

Doch ist diese Angst begründet? Und wie sieht ein solcher Test überhaupt aus?

Bluttest für Schwangere: Verleitet er zur Abtreibung?

Nicht-invasiver Pränataltest – was ist das überhaupt?

Während invasive Eingriffe im Rahmen der Pränataldiagnostik, zu denen beispielsweise eine Fruchtwasseruntersuchung zählt, immer auch das Risiko einer Fehlgeburt bergen, sind nicht-invasive Tests deutlich schonender, da hierbei kein Gewebe verletzt wird. Ziel ist es, das Blut der Mutter zu untersuchen, um eine Trisomie frühzeitig erkennen zu können. Es geht also grob gesagt darum, eine Chromosomen-Störung wie Trisomie 21, Trisomie 13, Trisomie 18 oder Turner-Syndrom aufzudecken. Wird eine solche erkannt, kann der Arzt zu einem Abbruch der Schwangerschaft raten. 

Nicht-invasive Tests sind bisher von der Patientin selbst zu tragen und schlagen finanziell mit 400 und 700 Euro ins Gewicht. Ob ein solches Verfahren jedoch bald zu den Kassenleistungen zählt, wird geprüft. Das wiederum führt aber immer wieder zu Protesten: 

Bluttest für Schwangere: Verleitet er zur Abtreibung?

Kritiker bemängeln, dass die Testverfahren nur ausgewählte Chromosomen auf Anomalien untersuchen und das zum Teil auch nur auf äußerst ungenaue Art und Weise. Außerdem werden Stimmen laut, die fürchten, die Zahl der Abtreibungen könne in die Höhe schnellen, wenn solche Testverfahren kostenfrei angeboten würden. 

Darauf entgegnen Befürworter, dass eine Früherkennung Frauen mehr Selbstbestimmung ermöglichen würde. Selbstbestimmung darüber, ob man selbst einer solchen Herausforderung gewachsen ist. Denn um die Frage nach 'lebenswert' oder vermeintlich 'nicht-lebenswert' geht es im Grunde gar nicht: Jedes Leben ist lebenswert. Viel wichtiger ist deshalb das Reflektieren darüber, ob man einem solchen Leben und seinem Wert auch wirklich gerecht wird.