VORSICHT BEIM ONLINE-KAUF: WIE DIESE 5 TIPPS BEIM ONLINE-SHOPPING HELFEN*

Sicher und bedenkenlos shoppen

Mit hochgelegten Beinen ganz entspannt auf dem Sofa liegen und shoppen? Dieses Erlebnis ziehen viele shoppingbegeisterte Frauen dem verschwitzten Stadttrubel vor. Kein Wunder also, dass die große Bequemlichkeit und der hohe Spaßfaktor das Online-Shopping bei deutschen Kunden immer beliebter machen. Doch Vorsicht: Phishing-Seiten und Fake-Shops können das Einkaufs-Vergnügen schnell verderben und belasten den Geldbeutel. Doch wie lassen sich seriöse Anbieter erkennen und ein sinnvoller Schutz vor Betrug aufbauen?

Tipp 1: Bei merkwürdigem Gefühl: Impressums-Check ist Pflicht!

Jede seriöse Website, die in einer Gewinnabsicht erstellt wird, muss ein Impressum enthalten. Wenn potenzielle Kunden auf einer unbekannten Shop-Seite auch nach längerem Suchen keine Angabe dazu entdecken, sollten bei ihnen die Alarmglocken schrillen. Hier gilt: Finger weg!

Die bloße Tatsache, dass eine Subdomain mit „Impressum“ betitelt ist, gibt allerdings auch noch keine Garantie für Sicherheit. Zuerst müssen Käufer den Inhalt prüfen und dabei auf Unregelmäßigkeiten achten, die von den Pflichtangaben abweichen:

Welche Informationen muss ein Impressum nach deutschem Recht enthalten?

Nach §5 TMG (Telemediengesetz) müssen Betreiber eines Online-Shops folgende Informationen in ihrem Impressum aufführen:

- Den Namen des Unternehmens sowie den Vor- und Nachnamen des Inhabers bzw. den Namen des vertretungsberechtigten Geschäftsführers oder Vorstands

- Die Rechtsform des Unternehmens (z.B. UG, GmbH, GbR oder AG)

- Eine ladefähige Anschrift – hier genügt die Angabe eines Postfachs nicht

- Kontaktangaben in Form einer E-Mail-Adresse und einer Telefonnummer

- Bietet der Shop Produkte an, die einer behördlichen Zulassung bedürfen (z.B. im Bereich Gastronomie oder Immobilien), muss das Impressum die zuständige Aufsichtsbehörde nennen.

- Verfügt der Betreiber über eine Umsatzsteueridentifikationsnummer, muss sie im Impressum angegeben werden.

- Eine GmbH, AG oder KGaA, die sich in Liquidation oder Abwicklung befindet, muss diesen Umstand im Impressum deutlich machen.

Tipp 2: URL-Check bei bekannten Shops: Betrügern entgehen

Amazon, Zalando und Co – bei den Versandriesen schaut kaum ein Kunde ins Impressum, weil die meisten Menschen bei bekannten Namen automatisch davon ausgehen, dass alles seine Richtigkeit hat. Doch findige Betrüger kopieren zuweilen seriöse Shops, um Kundendaten abzugreifen oder Bestellungen anzunehmen. Mit dem Haken, dass zwar das Geld berechnet, aber keine Ware versendet wird. Ob sich Kunden tatsächlich auf der Seite eines seriösen Shops befinden, können sie mit einem Blick auf die URL überprüfen:

1. Seriöse Domainendung ist wichtig

Der Domainname sollte eine geläufige Endung aufweisen: Normal ist „Shopname.de“, Shopname.com oder auch Shopname.shop. Zweifelhaft sind dagegen Abweichungen wie „Shopname.xx76trf.de“ oder „Shopname.de.ru“.

2. Domainname sollte zum Shop passen

Der Domainname eines Shops sollte thematisch zu den angebotenen Artikeln passen. Wenn Digitalkameras in einem Shop präsentiert werden, dessen Domain „online-dating123“ heißt, ist ein Schwindel wahrscheinlich.

3. Fake-Prüfung durch Erfahrungen anderer Nutzer

Wer sich absolut nicht sicher bezüglich eines konkreten Anbieters ist, sollte prüfen, ob der besuchte Shop mit seiner Domain auf einer Online-Liste der Fake-Shops aufgeführt wird. Zertifikats-Anbieter wie TrustedShop vergeben sowohl Siegel für seriöse Anbieter, listen aber auch Shops auf, die durch Missbrauch des Siegels aufgefallen sind. Daher gilt: Selbst wenn ein Siegel auf der Shop-Seite sichtbar ist, muss der Kunde prüfen, ob es mit dem passenden Zertifikat verlinkt ist.

Tipp 3: Sichere und seriöse Zahlungsmittel verwenden

Seriöse Anbieter unterstützen das Vertrauen ihrer Kunden, indem sie sichere Zahlungsmethoden anbieten. Dabei sollten Online-Shopper Folgendes berücksichtigen:

Was ist die sicherste Zahlungsmethode?

Auf Nummer sicher gehen Käufer mit dem Kauf auf Rechnung oder per Erteilung einer Einzugsermächtigung. Beim Rechnungskauf hat der Kunde Zeit, die Ware zu überprüfen, bevor er den Betrag begleicht. Einer Lastschrift kann der Kontoinhaber innerhalb von 8 Wochen widersprechen, woraufhin die Bank die Summe zurückholt. Anders verhalten sich Überweisungen oder die Zahlung per Kreditkarte: Hier muss der Kunde bei Nichtgefallen den gezahlten Betrag vom Unternehmen zurückfordern, was mehr Mühe erfordert. Ob eine Zahlung per Rechnung beim Kauf im Einzelfall möglich ist, erfahrt der Kunde zumeist erst nach Eingabe der persönlichen Daten und einer Bonitätsprüfung.

Welche Zahlungsmethoden gelten noch als seriös?

Die bekannten Internetbezahlsysteme wie PayPal bieten viele seriöse Online-Händler an. Sie haben den Vorteil, dass Kunden ihre Kontodaten nicht direkt an den Shop übermitteln, sondern ausschließlich dem vertrauenswürdigen Zahldienst. Darüber hinaus kann die Zahlung innerhalb von wenigen Klicks in Echtzeit ausgeführt werden. Da seit Januar 2018 die Bezahlsysteme der Finanzaufsicht BaFin unterliegen, sind auch Anbieter auf dem Markt, bei denen Kunden Ihr Bank-Passwort für Online-Banking nutzen können (z.B. Sofort von Klarna). Wer auf einen unbekannten Zahlungsdienst stößt, sollte vor dem Zahlvorgang im Netz recherchieren, um wen es sich handelt.

Der Markt der Zahlungsanbieter ist ständig in Bewegung

Dass unbekannte Zahlungsdienste auftauchen, ist keineswegs Zeichen unseriöser Machenschaften, sonders Indiz dafür, dass sich viele Mitspieler für den einträglichen Markt interessieren. Dabei zeichneten sich in den vergangenen Jahren große Bewegungen in der Marktstruktur ab: Die Sofortüberweisung (Sofort GmbH) ist jetzt Teil der Klarna Group, die wiederum PayPal mit kundenorientierten Diensten Konkurrenz machen will. Der bekannte E-Wallet-Anbieter Moneybookers heißt seit 2010 Skrill und bietet gegen Gebühr die Möglichkeit, in Echtzeit Geld zu senden und zu empfangen.

Schließlich wirft mit der Apple PayCard nun auch Apple seinen Hut in den Ring der Online-Zahlungsdienste. Mithilfe von Fingerabdruck- oder Gesichts-Identifikation soll das Bezahlen besonders schnell abgewickelt werden, ohne dass dabei Zugangsdaten auf Endgeräten oder den Apple-Servern gespeichert werden. Noch ist die Karte nur in den USA erhältlich, aber es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis diese Option auch hier besteht.

Tipp 4: Finger weg von Mails mit Daten oder Passwortanfragen

Vorsicht ist geboten, wenn eine E-Mail von bekannten Shops oder Zahlungsdiensten in den Posteingang flattert, die nach der Eingabe von persönlichen Daten fragt. Grundsätzlich gilt die Devise: Passwörter, PINs und TANs dürfen Inhaber nur auf den Seiten der vergebenden Shops, Banken oder Zahlungsdienste eingeben. Kein seriöser Anbieter fordert seine Kunden per Mail dazu auf.

So können Adressaten Phishing-Mails erkennen:

Absender checken: Auch wenn der Absender „Ebay“ oder „IKEA“ lautet, sollte der Empfänger die Details der Absenderadresse checken. Wenn die vollständige Adresse unplausible Anteile enthält, sollte die Nachricht in den Papierkorb wandern.

Postfächer zuordnen: Wenn Kunden sich z.B. mit einer Web.de-Adresse bei PayPal registriert haben, sollten sie jede mutmaßliche Paypal-E-Mail in ihren weiteren Postfächern (Hotmail, Gmail ect.) grundsätzlich ignorieren.

Sprachliche Form prüfen: E-Mails in Fremdsprachen oder mit fehlergespickter Grammatik und Rechtschreibung dürfen Empfänger ohne Gewissensbisse ignorieren. Dasselbe gilt für Nachrichten, die mit Drohungen arbeiten und verlauten lassen, dass ein Account oder eine Kreditkarte gesperrt wird, wenn der Empfänger nicht innerhalb einer bestimmten Frist der genannten Aufforderung nachkommt.

Anrede kontrollieren: Grundsätzlich sprechen Shop- und Zahlungsdienstanbieter ihre Kunden per Mail mit ihrem vollen Namen oder Vornamen an. Anreden wie „Sehr geehrter Nutzer“ oder „Sehr geehrter Kunde“ weisen darauf hin, dass hier jemand nach Daten fischt.

Besteht eine Geschäftsbeziehung? Skeptisch sollten E-Mail-Empfänger werden, wenn sie von Shop-Anbietern angeschrieben werden, bei denen sie noch nie eingekauft haben, oder von Banken und Zahlungsdiensten, bei denen sie keinen Account besitzen. Solche Nachrichten dürfen selbst dann, wenn sie dem Inhalt nach dringendes Handeln erfordern, sofort gelöscht werden.

Tipp 5: Auf die anderen hören: Shops vorher auf Erfahrungsberichte checken

Dass der Durchschnitt vieler Meinungen meist sehr nah an der objektiven Wahrheit liegt, bezeichnen Mathematiker als „Wisdom of Crowds“. Auch bei der Beurteilung unbekannter Online-Shops können Kunden auf dieses Phänomen vertrauen. Daher lohnt es sich, vor dem Kauf nach Bewertungen des Anbieters Ausschau zu halten.

Tipp:Einzelmeinungen genügen hier nicht, um ein wirklichkeitsnahes Bild zu erhalten. Eher lohnt es sich, in Bewertungsportalen den Durchschnitt der Bewertungen zu beachten und vor allem diejenigen zu lesen, die kritisch sind. Hier wird deutlich, was beim Kauf Schwierigkeiten machen könnte und ob es für den einzelnen Käufer überhaupt relevant ist. Uneingeschränkt positive Bewertungen, die kaum realistische Details in ihrer Beschreibung enthalten, könnten hingegen vom Shop-Anbieter gekauft worden sein.

Fazit

Keine langen Schlangen an der Kasse, keine überfüllten Innenstädte und nicht in engen Umkleidekabinen schwitzen müssen: Online-Shopping hat unzählige Vorteile. Den Gefahren im Internet können Shoppingbegeisterte allerdings nur ausweichen, wenn sie die Merkmale seriöser Shops und Zahlungsdienste kennen. Mit einem umfassenden Check von Shops und auch E-Mails ist es jedoch möglich, das eigene Shoppingvergnügen am Ende nicht durch unnötige Störungen trüben zu lassen.

* Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Anabel Degner. Anabel Degner unterstützt Unternehmen im Bereich Digital Business Management, teilt ihre Expertise rund um Marketing und E-Commerce in Fachbeiträgen und Blogartikeln aber auch mit Verbrauchern.